Aktuelle und perspektivische Bedeutung des grenzüberschreitenden Online-Handels im EU-Binnenmarkt (B2C)

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Das Internet hat viele Bereiche des täglichen Lebens verändert und ist aus dem Alltag der Menschen nicht mehr wegzudenken. So ist zum Beilspiel ein neuer Vertriebskanal entstanden der es ermöglicht Waren und Dienstleistungen bequem von einem beliebigen Ort (mit einem Internetanschluss) zu ordern. Dieser Vertriebskanal wird auch als „Electronic Commerce“ oder „E-Commerce“ („elektronischer Handel“) bezeichnet.

Der E-Commerce ist mittlerweile ein etablierter Vertriebskanal innerhalb der Europäischen Union. Eine Umfrage von Eurostat vom Jahr 2013 besagt, dass 47,2 Prozent der EU-Bürger (zwischen 16-74 Jahren) schon einmal über das Internet Güter und Dienstleistungen bestellt haben. Aber nur 12,1 Prozent der EU-Bürger (zwischen 16-74 Jahren) haben Güter und Dienstleistungen über das Internet im EU-Ausland bestellt.

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Die Probleme des grenzüberschreitenden Online-Handel sind Schwierigkeiten bei der Kommunikation, fehlendes Vertrauen, unsichere Rechtslage, lange Lieferzeiten, hohe Versandkosten.

Diese Probleme hat die Europäische Union erkannt und hat im Rahmen der „Digitalen Agenda 2020“ Maßnahmen auf den Weg gebracht. Diese Maßnahmen sind zum Teil Richtlinien und Verordnungen die zu einer Harmonisierung, der unterschiedliche nationale Normen und Vorschriften führen sollen.

In der Vergangenheit beschlossene und in nationales Recht umgesetzte Richtlinien sind SEPA „Single Payment Area“ und das Fernabsatzrecht.

Das Ziel von SEPA war es einen einheitlichen Standard für Überweisungen in der gesamten Europäischen Union und feste Ablauftermine für die nationalen Verfahren einzuführen. Außerdem wurde geregelt, dass für grenzüberschreitende Überweisungen unter 50.000 € die Gebühren der nationalen Überweisungen nicht übersteigen dürfen.

Eine weitere Maßnahme war die Vollharmonisierung im Fernabsatzrecht der Europäischen Union. Ab dem 23. Juni 2014 gilt in der gesamten Europäischen Union ein Fernabsatzrecht welches nicht weiter von den Mitgliedsstaaten ergänzt oder verändert werden kann. Dies soll dazu führen das mehr Transparenz und Klarheit herrscht.

In Zukunft soll das Datenschutzrecht vereinheitlicht werden und die Umsatzsteuerregelung bei digitalen Gütern und Dienstleistungen geregelt werden.

Bezahlmethoden

Die Wahl einer Bezahlmethode wirkt sich nicht nur bei inländischen Online-Handel auf den Erfolg aus, sondern auch bei grenzüberschreitendem Online-Handel aus. Bezahlmethoden wie die Vorkasse über die SEPA-Überweisung ist bei den Kunden unbeliebt, weil die Kunden in Vorkasse treten müssen und es einige Tage dauert bis die Ware vom Händler losgeschickt werden kann.

Die SEPA-Lastschrift ist zwar für die Kunden eine bequeme Bezahlmethode, birgt aber für den Online-Händler ein großes Risiko. Bei der SEPA-Lastschrift kann es vorkommen, dass das Bankkonto des Kunden nicht ausreichend gedeckt ist oder, dass der Kunde den Geldbetrag einfach wieder zurück buchen lässt. Um dieses Risiko zu minimieren müsste der Online-Händler die Bonität der Kunden durch eine Auskunftei prüfen lassen.

Empfohlene Bezahlmethoden im grenzüberschreitenden Online-Handel sind die Kreditkarten und PayPal. Kreditkarten sind mittlerweile etablierte und weit verbreitete Bezahlmethoden im In- und Ausland und werden sehr häufig im Online-Handel eingesetzt.

PayPal ist eine der am meist verbreiteten Online-Bezahlmethode. Nach Angaben von PayPal gibt es weltweit über 143 Millionen aktive PayPal-Nutzer von denen 15 Millionen aus Deutschland kommen.

Logistik

Die Logistik im Moment noch ein großes Hindernis für den grenzüberschreitenden Online-Handel, weil die Lieferzeit deutlich länger im Vergleich zum inländischen Versand ist. Darüber hinaus sind die Lieferkosten mindestens doppelt so hoch als der inländische Versand. Die UPS bietet auf der Website eine Applikation an, auf der die ungefähre Lieferzeit von einer eingegebenen Postleitzahl dargestellt wird. Als Beispiel habe ich die Postleitzahl von Erfurt angegeben, weil Erfurt sich circa im Zentrum der Europäischen Union befindet.

UPS-Standard-Paket bild

Auf dem Bild kann man erkennen, dass die UPS nach eigenen Angaben die Bevölkerungsreichsten Gebiete innerhalb der Europäischen Union innerhalb von 2 Tagen erreicht.

Die Versandkosten innerhalb der Europäischen Union betragen bei DHL für ein DHL-Paket bis 2 Kilogramm 13,99€.

Marktplätze

Die Marktplätze eBay und Amazon Marketplace bieten Online-Händlern eine einfache und kostengünstige Möglichkeit die Ware im Ausland anzubieten. Amazon bietet im Gegensatz zu eBay bessere Funktionen was die Produktbeschreibung und Warenpflege angeht. Bei Amazon gibt es schon sehr viele fertige Produktbeschreibungen in der jeweiligen Landessprache und die Verkäufe lassen sich von einem Amazon-Account zentral steuern. Bei eBay müssen die Produktbeschreibungen selbst angefertigt und gegebenenfalls übersetzt werden. Darüber hinaus müssen mehrere Accounts erstellt und gepflegt werden, wenn man einzelne Länder ausschließen möchte.

Schlussbemerkung

Die Europäische Union hat schon viel für den grenzüberschreitenden Online-Handel getan. Wichtige Richtlinien, wie die Vollharmonisierung des Fernabsatzrechtes wurden schon umgesetzt und werden zu einer Zunahme des grenzüberschreitenden Online-Handels führen. Trotzdem bleiben noch weitere wichtige Maßnahmen, wie die Umsatzsteuerreglung bei grenzüberschreitenden digitalen Dienstleistungen und die Regulierung des Online-Musikmarktes, die noch zu regulieren bleiben.

Die heutigen Bezahlmethoden, wie die Kreditkarten und PayPal sind für den Einsatz im grenzüberschreitenden Online-Handel sehr gut geeignet.

Der Versand innerhalb der Europäischen Union ist für Endverbraucher sehr teuer und schreckt viele vom Kauf im Ausland ab.

Für Händler die einen neuen Markt erschließen möchten ohne viel Geld zu investieren, bieten die Online-Marktplätze im Moment sehr gute Lösungen an.

Europa ist auf dem richtigen Weg online zusammenzuwachsen und zu einem einheitlichen Online-Binnenmarkt.

 

http://europa.eu

Was Onlinehändler über SEPA wissen müssen

http://www.ecommerce-leitfaden.de/zahlen-bitte.html

 

Dieter Schlack

Dieter Schlack

Dieter Schlack studiert E-Commerce im Bachelor-Studiengang an der FH Wedel.
Dieter Schlack
Dieter Schlack

Autor: Dieter Schlack

Dieter Schlack studiert E-Commerce im Bachelor-Studiengang an der FH Wedel.

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