Einsatz und Nutzung von RFID-Chips

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Heutzutage gibt es unzählige Ausführungen von Identifikations- und Marketinginstrumenten. Eine Möglichkeit, die beide Bereiche einschließt, ist der RFID-Chip.

Was ist RFID?

Die Abkürzung RFID steht für „Radio Frequency Identification“ und beschreibt eine Technologie, die es ermöglicht Objekte ohne direkten oder Sichtkontakt eindeutig zu identifizieren. Dabei erzeugt ein Lesegerät ein elektromagnetisches Feld, auf das der entsprechende RFID-Chip reagiert und so Informationen an das Lesegerät zurück senden kann. Das besondere daran ist, dass der im Chip eingebaute Transponder in der Regel keine eigene Energiequelle braucht und man ihn deswegen bei der Produktion entsprechend klein halten kann.

RFID CHIP

Größendarstellung RFID-Chip – CreativeCommons by oskay

Quelle: flickr.com

Marktüberblick

Der Markt von RFID-Chips ist noch nicht ausgeschöpft, weil sich die größeren Konzerne wie Two Technologies oder Fleischhauer nur auf Lesegeräte und Transponder in Etiketten- und Kartenformat spezialisiert haben. Einen Hersteller der das komplette Spektrum an Form und Größe anbieten kann gibt es bislang nicht. Es gibt also noch jede Menge Nischen, die zu besetzen sind. Eine Liste weiterer Hersteller findet man auf RFID-Basis.de.

Anwendungsbeispiele

Die Kategorien Identifikation und Marketing sind nur zwei, eines sich weit streckenden Spektrums von Anwendungsmöglichkeiten des RFID-Chips. Man kann die Einsatzbereiche grob kategorisieren:

Logistik: Am meisten verbreitet ist der RFID-Chip wohl in der Anwendung für logistische Probleme, so lassen sich beispielsweise in Lagerhäusern oder stationären Läden alle Waren mittels RFID-Chip sortieren. Man kann also sehr einfach den Warenbestand prüfen oder mal eben die Inventur des kompletten Lagers vornehmen.

Marketinginstrument: Erst kürzlich hat der erste Adidas NEO Shop in Hamburg RFID-Chips an dessen Sortiment geheftet. Ziel dabei ist einerseits auch logistische Probleme zu vereinfachen, andererseits werden in den Umkleidekabinen Sender angebracht um verschiedene Zusammensetzungen von Kleidung herauszufinden und so neue Trends zu entdecken. Ähnliche Ideen hatte auch die britische Modemarke Burberry, die ein RFID-System entwickelt haben um Produktinformationen auf Bildschirmen in deren Filialen einblenden zu können.

Identifizierung: In vielen Firmen bietet die RFID Technologie die Möglichkeit ihre Mitarbeiter zu identifizieren, so kann man z.B. feststellen wann der Mitarbeiter seine Arbeit angefangen hat oder wieviele Pausen er während seiner Arbeitszeit eingelegt hat.

Weiteres: Im Zoo werden speziell entwickelte Transponder verwendet, die unter der Haut von Tieren implantiert werden um so ein Profil des jeweiligen Vertreter einer Spezies anlegen zu können.

RFID-Chip Implantat

RFID-Chip Implantat – WikimediaCommons by
Reinraum

Quelle: wikipedia.com

 

Sichertheit: Auch beim Thema Sicherheit spielt der RFID-Chip eine wichtige Rolle. Aktuell werden die kleinen Transponder als Echtheitssiegel verwendet, ein beliebtes Beispiel sind Casinochips, die einen Transponder eingearbeitet haben und so das Risiko von gefälschten Spielchips senken. Man spielt sogar schon mit Gedanken echtes Geld mit RFID-Chips zu versehen.

Grenzen und Kritik

Wie man unschwer erkennen kann sind den Ideen der Anwendung keine Grenzen gesetzt, der Technik jedoch schon. Leicht lassen sich die Funkfrequenzen durch äußere Einflüsse wie Metall oder auch andere Signale verfälschen oder gar immitieren. Hinzu kommt, dass passive Transponder ohne externe Energiequelle nur eine Reichweite von maximal wenigen Metern haben. Das kann zu mangelnder Funktion und vorallem auch zu Datendiebstahl führen. Man sollte die Chips also mit Vorsicht genießen und sie nur in entsprechend geeigneter Umgebung einsetzen. Abgesehen von den technischen Grenzen spielen Kosten natürlich auch eine große Rolle. Gerade bei großen Warenlagern werden große Mengen an Transpondern und Sendern benötigt um ein funktionierendes RFID-System aufzubauen. Ein Sender kann einige tausend Euro kosten, die Transponder selber kosten in der Regel zwischen 5 Cent und 1 Euro.

Kritiker stehen der Technologie noch skeptisch gegenüber. Die Sicherung der Privatsphäre und des Datenschutz einzelner Personen kann bei verbreitetem Einsatz noch nicht gewährleistet werden. Durch die geringe Größe der Transponder ist es möglich RFID-Chips an Waren zu befestigen, ohne dass der Kunde überhaupt etwas davon weiß. Deswegen verlangen Datenschützer die exakte Markierung solcher Artikel, damit der Kunde ein Wahl hat. Das Problem – die Käufer wissen nicht wo Transponder angebracht sind und solange sich die Verbraucher selbst dazu nicht äußern wird in der Hinsicht vermutlich auch nicht sehr viel passieren. Die Behauptung, dass RFID-Chips aufgrund von Elektrosmog gesundheitsschädigend sein muss man natürlich auch sehr vorsichtig betrachten, weil diesbezügliche Thesen nur auf Vermutungen basieren.

Wie sich die Technologie schließlich weiterentwickelt bleibt fraglich. Es sind noch viele technische Grenzen und auch Sicherheitslücken zu bewältigen, die Ideenvielfalt ist jedoch grenzenlos und verspricht Potential, sofern die vorangegangen Probleme behoben werden können.

 

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/RFID

http://www.rfid-journal.de/

http://www.rfid-basis.de/

http://t3n.de/magazin/internet-dinge-radio-frequency-identification-rfid-219434/

http://www.welt.de/wirtschaft/article13845783/Adidas-will-mit-H-amp-M-und-Zara-um-Jugend-kaempfen.html

http://de.burberry.com/store/legal/privacy/rfid/

http://www.netzwelt.de/news/69803-rfid-geldscheine-noch-diesem-jahr.html

 

David Lichtenberg

Autor: David Lichtenberg

David Lichtenberg studiert E-Commerce im zweiten Bachelorsemester an der FH-Wedel. Durch ein Praktikum bei der Firma Toptranslation konnte er bereits Erfahrung in dem Gebiet Online-Marketing sammeln und hat sein größtes Interesse dem Bereich SEO gewidmet.

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