Einsatz von Online-Tools im stationären Handel

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In diesem Beitrag zeige ich kurz auf, wie der stationäre Handel das Internet nutzen kann, um Kunden zu gewinnen und eine potenzielle Umsatzsteigerung zu erzielen.

 

Im Zeitalter des Internets hat der stationäre Handel zurzeit einen schweren Stand. Allein in den letzten 2 Jahren hat der stationäre Handel ca. 9 Milliarden Euro an den E-Commerce verloren[0]. Auch wenn sich stationäre Händler über solche Zahlen eher ärgern als freuen werden und sich teilweise darüber beklagen, dass sich Kunden die Produkte im Geschäft anschauen und diese dann Zuhause am Computer bestellen, hat der E-Commerce eine positive Seite, denn ca. die Hälfte des stationären Umsatzes wird in Online-Shops vorbereitet. Durch Online-Tools kann der stationäre Händler nun selbst die Initiative ergreifen und für sein Geschäft aktiv  und online Kunden werben.[1]

 

Im folgenden wird kurz der Nutzen solcher Online-Tools erläutert.

Die potenzielle Gewinnung von Neukunden und die damit verbundene Möglichkeit die Kunden durch den persönlichen Kontakt, welcher im E-Commerce nicht allzu ausgeprägt ist, als Stammkunden zu gewinnen, ist sehr erstrebenswert. Natürlich sollte die Wirtschaftlichkeit immer im Vordergrund stehen. Es wäre also destruktiv, wenn die Kosten den erbrachten Umsatz durch Tools übersteigen. Dies stellt kein Problem dar, denn der Return of Investment ist bei bestimmten Tools messbar, anderes als bei mancher Offline-Werbung. Auch zum Thema Kundenzufriedenheit und Service-Leistungen bieten Online-Tools Möglichkeiten, um diese zu verbessern, oft verwirklicht durch Apps.

 

In diesem Abschnitt wollen wir nun auf verschiedene Online-Tools eingehen.

 

Lokale Produktsuchen

Da haben wir zum einen die lokalen Produktsuchen, wie z.B. myxplace. Aber die wohl am meisten genutzte Produktsuche, auch wenn nicht bewusst, wird die Google-Produktsuche sein. Wer hat nicht schon einmal nach einem Produkt bei Google gesucht. Die dort meistens rechts erscheinende Google-Map zeigt stationäre Händler in der Nähe, die sich bei Google-Shopping eingetragen und ihre verfügbaren Produkte an diesen Dienst gesendet haben.

 

Gutscheinseiten

Diverse Gutschein-/Dealseiten wie z.B. Groupon, der neu erschienene Dienst von Google „Google Offers“, auf den wir später noch eingehen. Diese Seiten stellen mit die beste Möglichkeit dar, um Kunden via Internet in das stationäre Geschäft zu bringen. Einmal ein Gutschein erworben, durch Kauf oder als Geschenk, werden sich die wenigsten Menschen die Chance entgehen lassen wollen ein Schnäppchen zu verpassen und werden daher mit großer Wahrscheinlichkeit ein Kauf im stationären Geschäft tätigen.

 

Apps

Natürlich eine Masse von Apps, seit der Verbreitung von Smartphones. Heutzutage ist es durch GPS möglich den etwaigen Standort eines Handys zu ermitteln. Daher ist es möglich mit Apps , basierend auf dem Standort, Angebote und Informationen an den Kunden auszusteuren. Natürlich sind auch Apps ohne GPS-Einbingung vorhanden, auf eine gehe ich im Anschluss ein.

Scondoo

Scondoo ist eine Gutschschrift-App. Diese funktioniert folgend: Wenn sich ein Kunde ein Produkt im Geschäft kauft, kann dieser den Bon abfotografieren und innerhalb der App hochladen. Nun erhält der Kunde eine bestimmte Gutschrift, welche vorher in der App angezeigt wurde, auf sein Scondoo-Konto, falls sich das Produkt in den Angeboten der App befand. Ein kurzes Beispiel zum Verständnis: Ich schaue mir die Angebote in der App an, dort befindet sich eine Marmelade für die ich beim Kauf 30 Cent wiederbekomme. Nun erwerbe ich diese im Geschäft und lade den Bon in der App hoch, der Bon wird automatisch überprüft, auch auf die Echtzeit, und wenn sich das Produkt auf dem Bon unter den Angboten befand, bekomme ich in höchstens 4 Stunden eine Gutschrift von 30 Cent auf mein Scondoo-Konto. Hat man mindestens eine insgesamte Gutschrift von 10 Euro, kann man sich  diese per Paypal oder Bank überweisen lassen. Scondoo selbst arbeitet nicht mit den stationären Geschäften zusammen, sondern mit den Herstellern der Produkte, diese starten auch die einzelnen Kampangen für die Produkte und übernehmen die Kosten der Gutschriften an den Kunden. Scondoo selbst bekommt pro in Anspruch genommenes Angebot eine Provision und liefert dafür das Kaufverhalten der Konsumenten an die Hersteller[5].

 

Google-Offers

Nun zum o.g. Dienst Google-Offers. Dieser wurde in den USA erst getestet und gelangt nun auch nach Deutschland, erster Partner ist die Telekom[2]. Durch diesen bietet sich die Möglichkeit für stationäre Händler bei Google-Anzeigen ein Angebot mit einzubinden. Wie rechts auf dem Bild einer Telekom-Anzeige zu erkennen, ist unter dem Beschreibungstext ein Link mit der Schrift „Angebot ansehen“, daneben der Text zum Angebot. Durch anklicken dieses Links gelangt man auf eine Seite, wo man das Angebot ausdrucken kann oder auf seinem Gmail-Account speichern kann. Möchte der Kunde nun den Gutschein einlösen, kann er mit dem Smartphone via der Google-Offers App diesen vor Ort einlösen, es besteht aber auch die Möglichkeit für alle nicht Smartphone-Besitzer

Abbildung 1: Telekom-Anzeige(Teil-Screenshot, Quelle)

mit der ausgedruckten Seite den Gutschein einzulösen. Die App erinnert den Kunden sogar, wenn sich dieser in der Nähe des Geschäft befindet, dass er noch einen verfügbaren Gutschein besitzt. Falls der Händler schon zwecks eines Online-Shops Google-Anzeigen schaltet kann dieser Service hinzugefügt werden, ansonsten muss ein neues Google-Adwords-Account erstellt werden,  bis jetzt kostenlos und wird wie ein normaler Klick gewertet und mit dem Google-Adwords-Konto verechnet. Die Einbindung von Google-Analytics ist auch möglich und somit die Messbarkeit gegeben[3].

Reposito

Es gibt noch weitere hilfreiche Apps, wie die von dem StartUp Unternehmen Reposito, welche dem Kunden es ermöglicht seine Kassenbons und Kundenkarten in der App zu speichern, z.B. durch abfotografieren und diese dann nur noch auf dem Smartphone an der Kasse vorzuzeigen[4].

 

Fazit

Das Internet bietet dem stationären Handel viele Möglichkeiten, um Kunden auch Online zu gewinnen, sie müssen nur genutzt werden. Dieser Bereich wird in Zukunft weiter wachsen, da dort Potential nach oben vorhanden ist.

Links

[0] Online-Handel überrolt den stationären Handel

[1] E-Commerce hilft dem stationären Handel

[2] Telekom erster Partner für Google Offers

[3] Google startet Couponing

[4] Kassenzettel fotografieren

[5] Gutschriften für Einkäufe

 

Autor: Marvin Hütter

Marvin Hütter studiert E-Commerce im fünften Bachelorsemester an der FH-Wedel. Er ist stets an der Materie des E-Commerce interessiert und möchte später in diesem Bereich tätig werden.

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