Einsatz von Pinterest als Marketing-Instrument

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Nach dem großen Erfolg von Facebook und Twitter erobern neue soziale Netzwerke das Internet. Pinterest, das 2010 gründet wurde, ist eines davon.[1]Pinterest

Die Unternehmensphilosophie lautet: „Sammle und teile Dinge, die du liebst“. Der Unterschied zu anderen Social Media-Plattformen besteht darin, dass es bei Pinterest vornehmlich um Bilder und Videos geht. Die User heften (Pinnen) eigene oder im Web gefundene Bilder und Videos an eine virtuelle Pinnwand. Dort angeheftet sind diese sofort anderen Nutzern zugänglich. Andere können die ausgewählten Bilder zu ihrer eigenen Pinnwand heften, kommentieren oder mit „gefällt mir“ versehen.[2]

Die Zielgruppe

Im Dezember 2012 konnte Pinterest knapp 30 Millionen monatliche Besucher verzeichnen. Laut einer Studie von MDGAdvertising, welche Anfang 2012 in den USA veröffentlicht wurde, sind die wichtigsten Nutzerschichten junge, internetaffine Mütter.[3]

  • 87% weiblich
  • 20% nutzen Pinterest täglich
  • Hohes Jahreseinkommen
  • Zielgruppenalter von 25 bis 54 Jahren
  • 50% der Nutzer haben Kinder
  • Durchschnittliche Verweildauer von 15,8 Minuten

Der durchschnittliche User von Pinterest generiert laut Studien etwa doppelt so viel Traffic wie ein durchschnittlicher Facebook-Nutzer. In absoluten Werten liegt Pinterest in den USA damit bereits vor Google+ und Twitter.[4]

Anlegung und Einbindung

Unternehmensprofil NordstromNach der Erstellung eines Unternehmensprofils muss überlegt werden, welche Boards zu welchen Themen angelegt werden und wie lang und wie intensiv diese mit Pins gefüllt werden sollen. Pinnwände sollten nicht endlos mit Pins gefüllt werden, da sie das für Follower schwer benutzbar macht. Um die Follower einzelner Pinnwände nicht zu verlieren, sollte daher dafür gesorgt werden, dass das Board langfristig genutzt werden kann. Um das Board anschließend besser auffindbar zu machen, sollte nach der Erstellung noch eine Beschreibung zum Inhalt der Pinnwand eingearbeitet werden.

Das Pinnen

Technisch gesehen ist das Anlegen von Pins für Nutzer ein einfaches Vorgehen. Um als Unternehmen wirklich aussagekräftigen Content zu übermitteln, sollten die Anforderungen an das Bild, den Kurztext und die Zieladresse im Vorfeld bestimmt werden. Der Untertitel des Bildes ist für die Auffindbarkeit und Botschaft des Bildes verantwortlich. Obwohl der Untertitel bei Pinterest-Nutzern zweitrangig behandelt wird, ist er notwendig, um den Pin in der internen Suche zu finden. Da Pinterest noch weitgehend englischsprachig ist, erhöhen zweisprachige Texte und Keywords die Performance eines Pins.

Follower generieren

Das Prinzip ist das gleiche wie bei fast allen sozialen Netzwerken: Je mehr Menschen das Unternehmen kennen, desto mehr werden es kennenlernen und den Namen der Marke verbreiten. Durch das Umsetzen von Maßnahmen, wie dem Einbinden von Buttons, dem Folgen anderer User und dem Kommentieren und Repinnen fremder Pins kann aktiv eingegriffen werden. Es sollte zusätzlich bedacht werden, dass Pinterest keine Werbeplattform ist. Alle diese Maßnahmen sollten daher beschränkt und mit Bedacht genutzt werden. Die ersten Follower zu sammeln, erfordert einige Wochen Zeit; ist jedoch erst einmal eine kritische Grenze erreicht, steigt die Viralität der gesetzten Pins exponentiell an.[5]

Die Viralität

Repins und Likes fremder Personen führen zur Verbreitung des eigenen Inhalts und daher zur Bekanntmachung der Marke.PInterest Viralität

Um einem gesetzten Pin nun also die beste Chance zu geben viral zu werden, sollte darauf geachtet werden, dass der Pin in eine der beliebten Kategorien passt, wie z.B. Wohnen, Mode, Arts&Crafts und Food. Desweiteren ist es von Bedeutung, dass das Bild emotionale Werte vermittelt und von einer hohen Qualität ist (Freisteller von Produkten sind daher meist eher ungeeignet).

Eine weitere Maßnahme, um die Viralität anzukurbeln, sind Wettbewerbe. Beispiele solcher Gewinnspiele wären:

  • Verbreitungsspiele, bei denen die User lediglich dazu aufgefordert werden, dem Unternehmensprofil zu folgen. Unter den Followern wird anschließend nach Ablauf einer gewissen Frist ein Preis verlost.
  • Pin-it-to-win-it Wettbewerbe, bei denen Follower dazu aufgefordert werden, Bilder von Produkten des Unternehmens auf einer ihrer Pinnwände zu pinnen.
  • Suchspiele, bei dem das Unternehmen Bilder auf der Homepage und anderen Social Media-Plattformen versteckt, welche von dem User gefunden und mit einer bestimmten Unterschrift gepinnt werden müssen.

Monitoring

Seit Anfang 2013 stellt Pinterest für Unternehmen auch ein internes Monitoring zur Verfügung. Neben den Pins und Repins gibt es auch Statistiken zur Reichweite und den Impressions eines Pins und dem hieraus resultierenden Traffic auf die Webseite. Zusätzlich werden die aktuellsten Pins und die erfolgreichsten Pins des Profils angezeigt. Bei den erfolgreichsten Pins wird zwischen Repins und Klicks unterschieden.

Um ein effizientes Social Media-Monitoring für Pinterest umzusetzen, gibt es weitere verschiedene kostenlose und kostenpflichtige Tools, wie z.B. PinAlerts, Pinfluence und Reachli.

Blick in die Zukunft

Pinterest versucht, mit dem enormen Wachstum an Nutzern des letzten Jahres mitzuhalten. Im Dezember 2012 besuchten Studien zufolge 48 Millionen Benutzer Pinterest, wobei es im Vergleich ein Jahr zuvor nur neun Millionen User waren. Nach einer Investition von über 100 Millionen Dollar im Mai 2012 wird die Plattform aller Wahrscheinlichkeit nach weiter expandieren und sich sowohl in der Usability weiterentwickeln als auch innovationstechnische Maßstäbe setzen.[6] Allgemeine rechtliche Aspekte werden in Zukunft in den sozialen Plattformen eine größere Rolle spielen. Es ist also für die Zukunft aller Marketingbemühungen im Social Media Bereich von Bedeutung, sich bezüglich Erweiterungen der Allgemeine Rechtliche Aspekte zu informieren und diese wenn nötig umzusetzen.

 

 


[1] Omaxis (2012): „Pinterest – Social Network zum Teilen von Bildern “, URL: http://www.omaxis.de/blog/pinterest-social-network-zum-teilen-von-bildern/

[2]Lokalkompass (2012): „Pinterest ein soziales Netzwerk, in dem man Bilder anheftet“, URL: http://www.lokalkompass.de/castrop-rauxel/kultur/pinterest-ein-soziales-netzwerk-in-dem- man-bilder-anheftet-d249813.html

[3] MDG Blog (2012): „A Marketer’s Guide to Pinterest: Pin It To Win It”,  URL: http://www.mdgadvertising.com/blog/a-marketers-guide-to-pinterest-pin-it-to-win-it-infographic/

[4]Shareaholic (2013): „Pinterest Sent More Referral Traffic Than Twitter in February”,  URL: http://blog.shareaholic.com/2012/03/pinterest-referral-traffic-2/

[5]Pinsight (2013): „Wie erhalte ich Follower in Pinterest?“, URL: http://www.pinsight.de/wie-erhalte-ich-follower-in-pinterest

[6]Computerwoche (2013): „Pinterest bald mit 2,5 Milliarden Dollar bewertet?“, URL: http://www.computerwoche.de/a/pinterest-bald-mit-2-5-milliarden-dollar-bewertet,2532356

Svenja Fieguth

Svenja Fieguth

Svenja Fieguth studiert E-Commerce im ersten Mastersemester an der FH-Wedel. Neben dem Studium arbeitet sie bei der Creatrade Holding als Werkstudentin im zentralen E-Commerce. Ihren Bachelorabschluss in Betriebswirtschaftslehre hat sie ebenfalls in Wedel absolviert.
Svenja Fieguth
Svenja Fieguth

Autor: Svenja Fieguth

Svenja Fieguth studiert E-Commerce im ersten Mastersemester an der FH-Wedel. Neben dem Studium arbeitet sie bei der Creatrade Holding als Werkstudentin im zentralen E-Commerce. Ihren Bachelorabschluss in Betriebswirtschaftslehre hat sie ebenfalls in Wedel absolviert.

Ein Kommentar

  1. Svenja Fieguth

    Noch ein kurzer Nachtrag:
    Gestern kamen die neuen Besucherzahlen von Pinterestnutzern in Deutschland heraus, welche im vergangenen Jahr um 181 Prozent auf 864.000 Besucher gestiegen sind. In Amerika hat Pinterest sogar den Blogdienst Tumblr überholt.

    Für weitere Informationen:
    http://www.focus.de/digital/internet/netzoekonomie-blog/social-media-pinterest-kommt-in-deutschland-auf-touren_aid_1007716.html

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