Mobile Payment eine Bedrohung für PayPal?

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PayPal zählt in Deutschland zu den bedeutendsten Zahlungsverfahren im E-Commerce. Im Zuge der Digitalisierung und der steigenden Zahl von Smartphone werden mobile Zahlungsverfahren immer interessanter. Als Beispiel für Mobile Payment werden Apple Pay und Payback Pay dargestellt. [1] Die Anbieter werden im Hinblick auf die unterschiedlichen Anforderungen von Kunden und Händlern untersucht.

Anforderungen der Kunden

Für Kunden ist der Datenschutz und die Sicherheit ein entscheidender Faktor. Laut einer Umfrage von PWC haben 85% Angst davor, dass die eigenen Daten gehackt oder missbraucht werden. Ebenfalls müsste für 60% der Befragten die Sicherheit beim Bezahlen garantiert werden, damit sie Mobil Payment nutzen oder häufiger benutzen würden.[2]

Des Weiteren ist es wichtig, dass Bezahlvorgänge beim Mobile Payment schneller und einfacher als bei anderen Bezahlmethoden ablaufen. Der Zahlungsvorgang muss für den Kunden angenehm durchführbar sein. Außerdem muss Mobile Payment für den Kunden auf möglichst vielen Kanälen einsetzbar sein und von vielen Händlern benutzt und akzeptiert werden.[3]

Ebenfalls entscheidend für den Kunden ist, dass zusätzliche Services integriert werden und dem Kunden dadurch einen Mehrwert geboten wird. Hierfür ist besonders die Mobile Wallet von großer Bedeutung, die zusätzlich Coupons, Tickets oder Treuekarten integriert. [4] Bei der Mobile Wallet wird versucht das herkömmliche Portemonnaie auf dem Smartphone abzubilden.[3]

Anforderungen der Händler

Die Anforderungen der Händler überschneiden sich in einigen Punkten. Händler wünschen sich ebenfalls ein Zahlungsverfahren, welches den Kaufprozess schnell abschließt und die Wartezeit für Kunden reduziert.

Händler haben ebenfalls Interesse an einer Kundenbindung, um ein möglichst genaues Profil des Kunden zu erhalten. Das Profil kann zur Erfassung von Kundeneigenschaften und Interaktionen mit dem Kunden genutzt werden. Beim Mobile Payment ist wird somit die Kundenbindung und die Bezahlung in einer Lösung vereint werden.

Geringe Kosten sind für Händler auch eine wesentliche Anforderung. Beim Mobile Payment können Gebühren für die Implementierung der Technik, die zur Benutzung des Zahlungsverfahren gebraucht wird, anfallen. Zudem spielen die Kosten, die pro Transaktion anfallen eine wichtige Rolle.

Ein weiterer Punkt für die Händler ist die Multi-Channel-Fähigkeit. Händler fordern Payment Lösungen, die auf all ihren Verkaufskanälen einsetzbar sind. Besonders Händler mit einer Vielzahl an Vertriebswegen profitieren von einem entsprechenden Payment System. Darüber hinaus kann somit einheitliches Einkaufserlebnis gewährleistet werden.[3]

PayPal

PayPal ist eine globale Bezahlplattform, die von Unternehmen und Personen genutzt wird, um Zahlungen online im Internet, in Geschäften und auf mobilen Geräten zu tätigen. In Deutschland nutzen aktuell über 16 Millionen Kunde PayPal zur Bezahlung. Mit PayPal können Kunden in mehr als 50.000 Online- Shops in Deutschland bezahlen. Beim Bezahlen mit PayPal wird nur eine E-Mail-Adresse und ein Passwort benötigt und die Zahlung wird von einer vorher im PayPal-Konto hinterlegten Zahlungsquelle abgebucht.

Für den Kunden hat PayPal einige Mehrwerte zu bieten. Mit dem Käuferschutz bekommen Kunden, wenn der Artikel nicht geliefert wurde oder nicht der Beschreibung entspricht, ihr Geld zurück. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, Geld an andere Personen zu senden oder zu empfangen. Die Benutzung ist für den Kunden kostenlos, allerdings zahlt der Händler ab einem monatlichen Umsatz von 5000 Euro eine prozentuale Gebühr an den Zahlungsdienst.[5]

Apple Pay

Das kontaktlose Bezahlverfahren wurde 2014 für das IPhone von Apple vorgestellt. Die Einsatzgebiete des Mobile Payment Verfahren für die Apple Produkte sind dabei vielseitig. Auf der einen Seite kann das Verfahren im stationären Handel eingesetzt werden, auf der anderen Seite können auch In-App-Käufe oder Käufe auf Webseiten getätigt werden.

Zur Benutzung von Apple Pay wird zunächst eine Kredit- oder Debitkarte zur App auf dem Phone hinzugefügt. Beim Bezahlen am Point of Sale benutzt Apple die Near Field Communication Technologie (NFC). Das IPhone wird dazu an eine NFC-fähigen Kasse gehalten. Die Kasse registriert daraufhin das Gerät und fordert dann eine Verifizierung des Nutzers an. Dieser bestätigt mit einem Pin oder mit seinem Fingerabdruck die Zahlung.[6]

Apple Pay bietet neben der eigentlichen Zahlung noch weitere Features. Neben den Bankkarten können in der Wallet App auf dem IPhone auch noch Tickets, Gutscheine, Kunden- und Bonuskarten hinterlegt werden.[7] In den USA gibt es bereits die Möglichkeit bei der Bank of America, Bargeld an Geldautomaten über Apple Pay abzuheben.[8]

Auf das Thema Sicherheit und Datenschutz legt auch Apple großen Wert. Weder die Nummer der Bankkarte noch der Sicherheitscode werden auf dem IPhone gespeichert.[9] Für Kunden und Händler ist die Teilnahme an Apple Pay kostenlos. Lediglich der Händler bezahlt die üblichen Gebühren, die auch bei einer herkömmlichen Lastschrift- oder Kreditkartenzahlung anfallen.[10]

Payback Pay

Payback ist das führende Bonusprogramm in Deutschland und gleichzeitig die größte Multichannel-Marketingplattform und Couponingplattform. Bei über 650 Partnern können Kunden sowohl online, als auch offline beim Einkaufen Punkte sammeln. Mehr als 28 Millionen Nutzer hat Payback hierzulande. Seit Juni dieses Jahres bietet das Unternehmen außerdem die Möglichkeit an, über die Paypack App zu bezahlen. Das neue Mobile Payment System nennt sich Payback Pay.[11] Als nächsten großen Schritt möchte Paypack Pay Multichannel-fähig werden. Dafür plant das Unternehmen seine Bezahlfunktion auch online anzubieten.[12]

Die Zahlung in Verbindung mit dem Bonusprogramm stellt für die Kunden eine Erleichterung dar. Das Punktesammeln und die Bezahlung finden gleichzeitig statt.[13] Beim Thema Datenschutz sind einige Nutzer allerdings noch skeptisch gegenüber Payback. Das Kaufverhalten der Nutzer wird durch die Benutzung der App ausgewertet, um personalisierte Informationen und Angebote der Partnerunternehmen dem Nutzer verfügbar zu machen. Ebenfalls werden zur Lokalisierung des Kunden Standortdaten der App verwendet. Für den Händler hingegen ermöglichen die Daten eine deutlich bessere Kundenbindung.[14]

Fazit

Es lässt sich feststellen, dass PayPal besonders bei Bezahlvorgängen im Internet einen deutlichen Vorteil gegenüber den konkurrierenden Mobile Payment Systemen hat. Die meisten Online Shops in Deutschland benutzen PayPal und dank der simplen Bedienbarkeit, der bereits vorhandenen Verbreitung und den zusätzlichen Services, ist diese Zahlungsmethode auch bei den Kunden sehr beliebt.

Ein anderes Bild zeigt allerdings der Einsatz von Mobile Payment am Point of Sale. Die Mobile Payment Anbieter Apple Pay und Payback Pay können vor allem beim Bezahlen im Geschäft eine erhebliche Konkurrenz für PayPal darstellen. Beide Anbieter bieten ein wesentlich attraktiveres Angebot für die Kunden und Händler, da die geforderten Anforderungen bei den Anbietern zufriedenstellender als bei PayPal erfüllt werden.

Wenn sich der Erfolg im Point of Sale bewahrheitet, dann ist es gut möglich, dass sich die Zahlungsverfahren auch in Zukunft beim Bezahlen im Internet zur Konkurrenz für PayPal entwickeln.

Quellen

[1] ibi research (2015) Payment-Barometer – Fokusthema: Kontaktloses Bezahlen, Regensburg

[2] PWC (PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft) (2016) Mobile Payment Repräsentative Bevölkerungsbefragung 2016, München

[3] Zaddach, Michael / Linnhoff-Popie, Claudia / Grahl, Andreas (2015) Marktplätze im Umbruch Digitale Strategien für Services im Mobilen Internet, Springer-Verlag Berlin Heidelberg

[4] PWC (PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft) (2014) Mobile Payment in Deutschland 2020 Marktpotenzial und Erfolgsfaktoren, München

[5] PayPal https://www.paypal.com/de/webapps/mpp/home (Abruf 06.11.16)

[6] t3n (2014) „Apple Pay: So funktioniert das neue Mobile-Payment-Verfahren im Detail“ (Abruf 03.11.16)

[7] Apple Inc „Wallet auf dem iPhone oder iPod touch verwenden“ (Abruf 04.11.16)

[8] Computer Bild (2016) „Apple Pay: US-Bank führt Bargeld-Abhebung ein“ (Abruf 07.11.16)

[9] Internetworld (2015) „Apple Pay: Jetzt auch in Europa“ (Abruf 04.11.16)

[10] IT Finanzmagazin (2015) „Apple Pay: Funktion, Kosten und Voraussetzungen“ (Abruf 07.11.16)

[11] Payback GmbH  http://www.payback.net/de/home/ (Abruf 04.11.16)

[12] Internetworld (2016) „Freude am (mobilen) Bezahlen“ (Abruf 04.11.16)

[13] t3n (2016) „Payback Pay knackt die Nuss: Der Mobile-Payment-Durchbruch kommt“ (Abruf 04.11.16)

[14] Die Wirtschafts Woche (2016) „Payback Pay Bezahlen mit dem Handy – so klappt’s“ (Abruf 06.11.16)

Ein Kommentar

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