Praxisprojekt: Gründung einer online-Serviceplattform

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Abbildung 1: quickconsult.io Firmenlogo

Praxisprojekt-Ecommerce FH Wedel 2017: quickconsult.io

Ziel unseres E-Commerce Praxisprojektes im Wintersemester 2017 war die Gründung einer online-Serviceplattform. In diesem Beitrag werden die Idee sowie die wesentlichen Erkenntnisse der Ausarbeitung dargestellt werden. Dabei wird zunächst die Geschäftsidee und dann das daraus resultierende Geschäftsmodell, samt der wesentlichen Aufgaben erläutert. Danach wird der Markt überblickt und die Erfolgsaussichten der Unternehmung abgebildet. Abschließend wird der derzeitige Entwicklungsstand der Plattform (Stand: Mitte Januar) aufgezeigt.

Die Idee der Gründung

Bei der Gründungsidee handelt es sich um eine online Beratungsplattform, die Expertenwissen mit dazugehöriger Nachfrage verbindet. Dabei sollen Beratungen über die Plattform, via Video-Chat und Screen-Sharing Funktionen, dezentralisiert abgewickelt und auf Minutenbasis abgerechnet werden. Die Multi-sided Platform funktioniert also als Intermediär zwischen Wissen und Problem.

Abbildung 2: Die Idee

Da das Geschäftsmodell innovativ und bislang weitgehend unbekannt ist, soll folgender Use-Case der Veranschaulichung dienen:

Ein Online-Händler möchte Google Analytics in seinem Online-Shop implementieren, um einen Einblick in die Performance und das Kundenverhalten zu gewinnen. Der verantwortliche Web Analyst hat diesbezüglich noch keine Erfahrung. Daher sucht er auf quickconsult.io nach „Google Analytics Implementierung“, woraufhin der Matching-Algorithmus ihm relevante Berater für seine Suchanfrage anzeigt. Über die Bewertungen anderer Nutzer, die Projekthistorie der vorgeschlagenen Berater und die bisherige Berufserfahrung (via der verlinkten Xing-/ LinkedIn-Profile) kann der Ratsuchende den passenden Berater auswählen. Mithilfe einer internen Kalender-Applikation kann ein Wunschtermin angefragt werden. Bestätigt der Berater die Anfrage, wird als nächstes in einem maximal dreiminütigen Kennenlernen per Video- oder Text-Chat für beide Seiten geprüft, ob das Matching gelungen ist. Anschließend wird die bezahlte Zeit gestartet. Auf diese Weise kann eine kurzfristige, bedarfsgerechte und fair abgerechnete Beratung erfolgen.

Diese Geschäftsidee konnte, wie oben dargestellt, bereits anhand eines Evaluationsprozesses in Form von Experteninterviews bestätigt werden.

Das Geschäftsmodell

Anhand des Business-Model-Canvas (BMC) von Osterwalder zeigen sich die Kernaspekte der Geschäftsidee, von denen wiederum die Wichtigsten im Folgenden aufgegriffen und erläutert werden:

Abbildung 3: Business Model Canvas

Über eine einbehaltene Vermittlungsprovision von 12% des Beraterhonorares werden die Umsätze der Plattform generiert. Zur Schaffung eines Lock-In-Effektes für treue Berater, welche viele Beratungen über die Plattform abwickeln, wird die Provision degressiv ausgestaltet und auf bis zu 5% sinken.

Die möglichen Kundensegmente auf Nachfrageseite wurden mithilfe einer Directional Policy Matrix (DPM) evaluiert:

Abbildung 4: Directional Policy Matrix

Die Matrix setzt das Potenzial eines Kundensegmentes ins Verhältnis zu deren Attraktivität. Aus der Analyse geht hervor, dass insbesondere Start-Ups (S) und mittelständische Unternehmen (M) als Zielgruppe relevant sind.

Die Key-Activities, die aus dem BMC ersichtlich sind, sollen nun noch einmal gesondert betrachtet werden, da sie im Wesentlichen den Erfolg der Gründung bestimmen.

Der Weg zum Erfolg

Abbildung 5: Geschäftssystemlogik

Die obenstehende Abbildung wurde im Hinblick auf unsere Beratungsplattform erstellt und zeigt die drei wesentlichen, sich selbst verstärkenden Effekte, von Internetplattformen. Diese drei Effekte erklären, warum Internetplattformen zur Monopolbildung neigen und welche Kräfte es bei ihrem Betrieb zu bestärken gilt. Abgeleitet daraus ist (orange) zu erkennen, dass das Wachstum nach der Gründung insbesondere durch zwei Elemente getrieben wird:

  1. Die Weiterentwicklung der Plattform sowie damit einhergehende Servicedienstleistungen um die Nutzererfahrung so attraktiv wie möglich zu gestalten.
  2. Marketing- und Vertriebsmaßnahmen, um mehr Berater und Nachfrager auf die Plattform zu ziehen.

Beide Maßnahmen bestärken das Wachstum von Nutzerzahlen und stellen somit den Kern der Bemühungen dar. Essentiell ist, dass die Plattform die kritische Masse erreicht, um überhaupt einen Mehrwert für beide Parteien zu bieten. Um die Größe dieser kritischen Masse zu reduzieren, plant das Unternehmerteam sich zu Beginn auf eine Nische zu fokussieren. Davon ausgehend kann das Angebot ausgeweitet werden. Diese Nischen werden die Bereiche IT und E-Commerce sein, da hier ein hoher Beratungsbedarf erkannt wurde und das Unternehmerteam mit der Thematik  vertraut ist.

Abbildung 6: Marktübersicht Freelancer

Die Erfolgsaussichten

Um das Potenzial des relevanten Marktes einzuschätzen, haben wir den Markt der Freelancer näher betrachtet, da wir das Engagement von Freelancern auf unserer Plattform für am wahrscheinlichsten halten.

Über die Untersuchung des Marktes konnten wir ein großes Potenzial für unsere Gründung erkennen und wurden in der Annahme bestätigt, dass IT-Themen einen hohen Beratungsbedarf aufweisen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Darauf aufbauend trafen wir einige weitere Annahmen für die Erstellung eines Finanzplanes. Diese Annahmen waren, dass wir mit 30 Beratern starten, welche 15 Stunden pro Monat an Beratungsdienstleistungen auf der Plattform erbringen und wir 10% monatliches Wachstum realisieren. Darüber hinaus kalkulierten wir die monatlichen Kosten mit 14.000€, wodurch sich folgende Entwicklung ergibt:

Abbildung 7: Der Finanzplan – GuV

Der Break-Even-Point wird demnach bereits im 13. Monat nach Launch erreicht. Selbst in einem Down-Case Szenario, in dem 25% weniger Umsatzerlöse als geplant erreicht würden, ergäbe sich ein Gewinn nach Steuern von 709 € im 17. Monat.

Der derzeitige Stand

Stand Mitte Januar 2018 befindet sich die Gründung in einem Prototyp-Stadium. Dieser Prototyp wurde eigenständig entwickelt, wobei in die Backend- und Frontend-Entwicklung unterteilt werden kann.

Abbildung 8: Backend-Entwicklung

Die Backend-Entwicklung umfasste die Programmierung eines Text- und Video-Chat und das Tracking von Sitzungsdauer und -preis, welche in Echtzeit an eine angebundene SQL-Datenbank übertragen werden. Es wurden Regeln hinterlegt, welche die Daten in der Datenbank mit denen der Nutzerprofile und Sitzungen abgleichen. Des Weiteren wurde eine Suchfunktion auf Tag-Basis und ein Bewertungssystem für Berater implementiert.

Parallel wurde die Verknüpfung zum Frontend entwickelt: Das Design der Seite wurde mit HTML und CSS umgesetzt. Hinsichtlich der Design-Aspekte sowie der Usability wurden Best-Practices am Markt analysiert und sinnvolle Elemente für die Plattform adaptiert.

 

Abbildung 9: Logo auf Tasse

Ausblick

Als Ergebnis des Projektes steht die Grundlage für die Gründung einer Online-Service-Plattform, welche als erfolgsversprechend angesehen wird. Die nächsten Schritte vor dem Launch umfassen nun insbesondere die Finalisierung der Plattform, die Akquisition qualifizierter Berater, die Finanzierung der Gründung sowie markenrechtliche Angelegenheiten. Anschließend werden erste Marketing- und Vertriebskampagnen gestartet, um auch die Nachfrageseite zu erreichen.

 

Ein Kommentar

  1. Spannende Idee! Wünsche euch viel Erfolg.

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