Shopsystem Demandware

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Demandware ist eine multi-channel Platform, die eine umfangreiche Konfiguration erlaubt und gleichzeitig die Vorteile des Cloud-Computing nutzt.

onDemand

Demandware - das Beste aus zwei WeltenDie Idee von Demandware ist, dass die Ressourcen-Zuteilung onDemand erfolgt, also Hardware und Funktionalitäten dann dazu geschaltet werden, wenn sie benötigt werden.

Die klassische Kategorisierung von Shopsystem sind Mietshop, Kaufshop oder Individuallösung. Bei einer Individullösung sind die Vorteile die volle Kontrolle und Anpassung eines Shopsystems. Das führt dazu, dass man sich sehr auf die Technik konzentrieren muss und damit der Shop eher IT-getrieben ist, als das Raum für Innovationen bleibt. Außerdem ist man voll verantwortlich für die Performance und die Sicherheit. All das verursacht hohe Kosten.

Bei einem Mietshop werden die Infrastruktur und die Verantwortung für Performance und Sicherheit abgenommen. Im Gegenzug wird der Shop unflexibel und schlecht anpassbar.

Obwohl Demandware genau genommen eine Software-as-a-Service Lösung ist, soll es das Beste aus den beiden Welten vereinen. Die Infrastruktur und der Betrieb liegen in der Cloud bei Demandware, aber die Einstellmöglichkeiten des Shopsystems sind so vielfältig, dass eine hohe Anpassung an eigene Bedürfnisse möglich ist. Weiterhin ist die Logik des Shops frei beeinflussbar.

Commerce Platform

Demandware - Übersicht der FunktionenDie Commerce Platform bedient mehrere Frontends. Dabei sind die “Web Storefronts“ als erstes zu nennen und meinen einen Online-Shop. Ebenso wird durch Demandware “In-store” abgedeckt. Damit sind Applikationen für Tablets von Filialmitarbeitern möglich, damit diese Ihre Kunden besser beraten können. Weiterhin ist eine “Tablet & Mobile” Optimierung des Online-Shops vorhanden. Außerdem kann das “Call Center” über Demandware aufgebaut und gesteuert werden. Von wo aus die Mitarbeiter schnellen Zugriff auf Kundendaten haben. Somit kann das ganze Spektrum eines professionellen Online-Shops aus einer Hand abgedeckt werden.

Der Aufbau der Commerce Platform besteht aus drei Modulen. Die Basis stellt die “Commerce Cloud” . Das “Development Center” ermöglicht die volle Kontrolle über den Code. Abschließend bietet das “Commerce Center” dem Händler vielfältige Möglichkeiten seinen Shop, seine Produkte und Aktionen zu planen und zu überwachen.

Commerce Cloud

Die Commerce Cloud bildet eine technische Basis, um Performance und Sicherheit zu gewährleisten. Dazu stellt sie weiterhin viele Funktionalitäten zur Verfügung. Zum einen bietet es “Multitenant”. Die Platform ist mandantenfähig, so dass es möglich ist, mehrere Webseiten, die völlig unterschiedlich aussehen, auf einer Architektur aufzusetzen und aus einer Back-End-Anwendung zu steuern. Zum anderen bietet die Cloud “PCI Compliance”. Alle rechtlichen Aspekte von unterschiedlichen Zahlungssystemen werden beachtet, integriert und automatisch aktualisiert, damit sie immer den neuesten Standards entsprechen. Über “Scalability” wird die Performance sichergestellt. Demandware kümmert sich um den Lastenausgleich, damit es zu keinem Zusammenbruch des Shops bei zu hohen Anfragen kommt. Weiterhin wird die Plattform ständig weiterentwickelt und es kann zu keiner “outdated” Software kommen (“Product Relases”). Die “Database”  beinhaltet alle Informationen über die Produkte, Kunden und Bestellungen. Diese Datenbanken sind an die Anforderungen eines E-Commerce Shops angepasst. Die “Global Data Center” stellen weltweit Hardware, um den Zugriff auf die Webseite zu gewährleisten. “Caching & Delivery” übernehmen das Caching für kürzere Ladezeiten.

Development Center

Über das Developement Center ist es möglich, eigene Logik in das Shopsystem zu integrieren. Demandware stellt dafür eine Entwicklungsumgebung. “Multisite” erlaubt es, unterschiedliche Seiten auf einer Infrastruktur aufzusetzen, da Demandware Logik und Design trennt. Auf einer Architektur sind mehrere Seiten über eine Anwendung steuerbar. “International” legt die Grundlage für mehrsprachige Seiten. Die Übersetzungen erfolgen über XML-Dateien. Außerdem ist der Umgang mit unterschiedlichen Währungen vorkonfigueriert. Die Funktionalität “Programmable Logic” und “DW-Script” (Demandware-Script) geben Entwicklern die Möglichkeit den Demandware Code für eigene Business Logik anzupassen oder Back-End-Systeme zu integrieren. Der Demandware Code entspricht Java oder C#. Weiterhin sind hunderte Schnittstellen (APIs) bereits integriert. Der Entwicklung ist somit zum Beispiel der Zugriff auf Produkte, Kataloge, Promotion-Aktionen, Kampagnen, Profilen und Bestellungen möglich. Diese Schnittstellen sind administrierbar. Außerdem sind Eigenentwicklungen möglich. Der Zugriff auf Datenbanken und die Administration kann über ein Web-Interface geschehen (“Database Customization”). “Debugging & Testing” erlaubt das Testen seines Codes im Zusammenspiel mit dem Demandware Code. Weiterhin ist es möglich, sich Kopien des Systems herunter zu laden, sogenannte “Sandboxes”, damit jeder Entwickler seine eigene Entwicklungsumgebung hat, welche die selbe Code- und Datenbasis hat wie das Livesystem. Über “Integrations” ist die Anbindung von Dritt-Anbietern realisierbar.

Commerce Center

Das Commerce Center stellt, laut Anbieter, vielfältige Händler Tools, die robust seien und über ein Web-Interface einfach zu bedienen seien. Anpassungen der User Experience seien in Minuten umsetzbar. Beim “Active Merchandising” geht es darum, dass jeder Aspekt der Seite analysierbar ist, um den Shop aktiv zu optimieren. Der Händler hat die Kontrolle über die Suche, Personalisierung, Analyse, Promotions und Kataloge. Beim “Product Content Merchandising” werden Produkte und Kataloge über das Interface gesteuert. Man kann Kataloge nach saisonalen oder markenorientierten Aspekten managen, oder zukünftige Kataloge anlegen. Weiterhin können komplexe Produkte konfiguriert oder Kollektionen und Outfits arrangiert werden. Search Engine Optimization (SEO) ist bereits enthalten. So können “friendly URLs” oder Keywords entweder pro Produkt oder nach selbst erstellten Regeln erstellt werden. Weiterhin sind 55 Arten von “Promotions” vorkonfiguriert, die über ein Step-by-Step Web-Interface angelegt werden können. Das “Pricing” erlaubt die volle Preiskontrolle und -gestaltung. Das kann übergreifend gesteuert werden. Über Multipages und über verschiedene Preise pro verschiedene Nutzergruppen. Weiterhin liefert Demandware internationale Preis-Anforderungen. Darunter fallen verschiedene Währungen und Steuersysteme. Das “A/B Testing” erlaubt es, Nutzer-Tests über eine große Besucheranzahl, automatisch und in Echtzeit auszuführen. Man kann dadurch zum Beispiel Landing-Pages optimieren oder die Sortierregeln von Suchergebnissen testen. Das “Searchandising” von Demandware kombiniert eine Suchmaschine mit E-Commerce Daten. Die E-Commerce Daten sind vom Händler beeinflussbar, so können Produkte in den Suchergebnissen hervorgehoben werden und es sind die Sortierregeln einstellbar. Unter “Oder Management” ist das User-Interface zusammengefasst, welches alle Bestellungen darstellt. Durch das “Customer Targeting” können unterschiedliche Angebote, Promotions-Angebote oder Produkte an bestimmte Nutzergruppen oder Nutzer ausgespielt werden. Man kann dafür vordefinierte Segmente nutzen oder diese selbst erstellen.

Link Technologies

Die Link Technologies, die in dem Development Center und in dem Commerce Center nutzbar sind, entsprechen Plug-ins. Hier ist eine große Menge von kostenlosen Plug-Ins verfügbar.

Fazit

Laut den Funktionen der Commerce Platform kann Demandware sein Versprechen, das Beste aus zwei Welten zu bieten, halten. Es sind über ein Web-Interface leicht alle nur vorstellbaren Anpassungen von einem Händler zu machen. Durch das Development Center ist es möglich, auf den Shop so Einfluss zu nehmen, wie als wenn er in Eigenentwicklung entstehen würde. Trotzdem wird durch die Commerce Cloud viel Arbeit und Verantwortung abgenommen.

Leider sind die Kostenstrukturen nicht einsehbar, aber vermutlich liegt es im sechsstelligen Bereich. Nicht nur wegen der Kosten bei Demandware direkt, sondern auch bei den Kosten für Entwicklerteams oder für eine Partner-Agentur ist Demandware nur sinnvoll für große Unternehmen. Als Beispiel kann man hier Karstadt nennen. Sie setzten auf Demandware, um eine einheitliche Markenwelt auf allen Endgeräten zu bieten. Weiterhin nutzen sie die “In-Store” Funktionalität und Filialmitarbeiter können Ihre Kunden mit Informationen über ein Tablet beraten. Darüber hinaus stellt Karstadt in jeder Filiale WIFI zur Verfügung, damit jeder Kunde über sein Endgerät den Karstadt Online-Shop besuchen kann. Außerdem hat Karstadt sein Warenwirtschaftssystem so an die Demandware Plattform angeknüpft, dass ein Kunde bei jedem Produkt sehen kann, ob es in seiner Wahlfiliale verfügbar wäre.

Quellen

http://www.demandware.de, 29.04.2014

DEMANDWARE XChange Community- https://xchange.demandware.com/welcome

Dokument: Introduction to Demandware

Dokument: Demandware Overview © 2010 Demandware, Inc. | www.demandware.com

http://www.estrategy-magazin.de/magento-vs-demandware-vs-hybris-drei-unterschiedliche-e-commerce-ansaetze.html 29.04.2014

http://www.sinnerschrader.com/demandware/ 29.04.2014

http://de.slideshare.net/morellimarc/demandware-jefferies-conference-2013?qid=731bb981-c7f3-4f3b-aa3e-1e6e85ab628b&v=qf1&b=&from_search=1 29.04.2014

 

Melina Müller

Melina Müller

Melina Müller studiert "E-Commerce" an der FH-Wedel. Bereits seit 2006 arbeitet sie bei SinnerSchrader in der Frontend-Entwicklung und jetzt weiterhin als Werkstudent.
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Autor: Melina Müller

Melina Müller studiert "E-Commerce" an der FH-Wedel. Bereits seit 2006 arbeitet sie bei SinnerSchrader in der Frontend-Entwicklung und jetzt weiterhin als Werkstudent.

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