Chromecast – Ansätze für Online Marketing

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Das Fernsehen heutzutage entwickelt sich immer weiter weg vom traditionellen Röhrenfernseher mit dem veraltet- anmutenden Teletext zum Smart- TV mit unendlich vielen Funktionen.  Der von Google stammende HDMI Dongle „Chromecast“ soll in der Lage sein, sowohl Inhalte des Chrome- Browsers als auch ausgewählter Apps durch das Heimnetzwerk auf den TV zu übertragen. Diese Funktion eröffnet aus Marketingsicht  eine neue große Werbefläche im Wohnzimmer.

Ansätze für Online Marketing, Abb 1

Abb 1. Chromecast Funktion- Grafik; Quelle: Screenshot, YouTube

Was ist Chromecast?

Das Gerät wurde am 24.Juli 2013 zusammen mit dem Tablet „Nexus 7“ in den USA veröffentlicht und gilt seit dem als Kampfansage gegenüber Apple´s AirPlay und Apple TV. Bisher ist das Gerät nur in den USA offiziell über den „Google Play Store“ erhältlich, eine deutsche Veröffentlichung soll aber noch in Q1 2014 folgen.

Chromecast ist ca. 7 cm groß und kann über einen HDMI- Slot mit fast jedem Fernseher verbunden werden. Das Gerät  wird über WLAN mit dem Heimnetzwerk und per USB mit einer Stromversorgung verbunden . Daraufhin sei es möglich Inhalte aus einer der kompatiblen Apps (bisher ca. 10, darunter Netflix, Hulu, Youtube und natürlich Chrome) von einem beliebigen Gerät auf den Fernseher zu „casten“. (siehe Abb. 1) Dabei soll der Inhalt direkt aus dem Netz gestreamt werden, was eine geringere Belastung des Mobilgeräts zur Folge habe. [1] [6]

Durch den geringen Preis von 35$ und die Kompatibilität mit Android und iOS hat das Gerät eine potentiell große Reichweite und macht so auch die Nutzer eines Nicht-Smart-TV für Marketing Maßnahmen greifbar.

Aus der Online Marketing- Perspektive…

Um das Marketingpotential des Geräts und der damit verbundenen Werbemöglichkeiten einschätzen zu können, betrachten wir im Folgenden einige Ergebnisse einer Google Multi- Screen Studie aus dem Jahre 2012. Das Mobilgerät funkiert in diesem Fall als “Second-” und der Fernseher als “First Screen”. [2]

Für effektives Marketing ist sowohl die gleichzeitige als auch die aufeinander folgende Nutzung der “Screens” zu ähnlichen Themen interessant. besonders  z.B. die Smartphone- Recherche eines Produkts aus einer Werbung oder Anzeige auf dem TV.

Second Screen Facts [2]

Ansätze für Online Marketing, Second Screen Statistik; Quelle: [2]

Second Screen Statistik; Quelle: [2]

  • 77% der Fernsehnutzung  gleichzeitig mit Nutzung  eines Mobilgeräts
  • 43 min. pro TV Interaktion– am längsten unter allen Devices
  • 17% der Suchen auf Smartphones ausgelöst durch TV- Werbung
  • 35% zusammenhängende gleichzeitige Nutzung von TV und SP
  • 81% Einkäufe auf Smartphones spontan

Diese Punkte lassen auf einen relativ hohen Einfluss des Fernsehbildschirms in Bezug auf die Nutzung anderer Endgeräten schließen. Die lange Interaktionszeit mit dem “First Screen” spricht für eine hohe Aufmerksamkeit des Users.  Desweiteren zeigt die Umfrage, dass eine Großzahl der User (67%) nach dem Fernsehen regelmäßig Onlineshopping betreiben und 77% der User  während der TV- Nutzung mit einem weiteren Endgerät interagieren.

Online Marketing Möglichkeiten

Der Nutzer könnte mit klassischen Marketingmethoden in der “Lean- Back” Situation abgeholt werden, es eröffnen sich aber auch neue Marketing Ansätze.
Pre-/Mid-/Post- Roll Ads innerhalb von Youtube oder Netflix beispielsweise würden nicht nur eine größere Fläche sondern auch eine potentiell höhere Aufmerksamkeit der User bekommen.

Das Neue an der Verbindung der beiden Geräte ist die Interaktion mit der TV- Werbung, welche durch das verbundene Google- Profil viel besser personalisierbar ist.
Eine erfolgreiche Kampagne gelang New Yorker in Verbindung mit LG und Smartclip, wobei dem User nach dem Klick auf eine Display Werbung innerhalb der Smart TV-Oberfläche ein Werbeclip mit dazugehöriger Landingpage und QR Code präsentiert wurde. Laut Smartclip, konnte hier eine „View-Through“ Rate von ca. 90% erreicht werden und zwischen Okt. und Nov. 2012 20 Millionen Leads für New Yorker generiert werden. [3]

Diese Möglichkeit könnte mit dem Chromecast noch weiter ausgereizt werden. Denkbar wäre zum Beispiel eine zur TV- Werbefläche passende Benachrichtigung auf dem Smartphone, welche zur passenden Produkt- oder Landingpage führt.

Fazit und Ausblick

Chromecast eröffnet Werbenden neue Möglichkeiten den User mit einer großen Werbefläche  im Wohnzimmer anzusprechen.  Ein Pluspunkt ist, dass das Gerät eine große technikaffine Zielgruppe anspricht, welche sich nicht nur auf Android User beschränkt. Es könnte gezielte Werbung auf dem TV geschaltet werden, welche dank der interaktiven Verbindung der zwei “Screens” zu einer direkten Trafficquelle würde.

Die neuen OM Möglichkeiten mit Chromecast gehen in die richtige Richtung, sind bisher aber eher theoretisch und bringen durch die höhere Auflösung auch neue Hürden mit sich. Für Google ist das Produkt eine guter Weg zur Steigerung der Chrome- Nutzerzahlen, der Werbekosteneinnahmen und hin zu einer möglichen Pay- TV Version des Giganten.

Quellen:

[1]http://www.google.com/intl/de/chrome/devices/chromecast/ (22.01.2014)

[2]Google, „The New Multi-screen World: Understandting Cross-platform Consumer behavior“, US. August 2012 (22.01.2014)

[3]http://www.smartclip.com/download/smartclip_SmartTV%20Ad%20Effectiveness%20Study_Booklet_DE.pdf  (22.01.2014)

[4]http://www.imediaconnection.com/content/34792.asp (22.01.2014)

[5]http://www.internetworld.de/Heftarchiv/2013/Ausgabe-04-2013/Einfach-smarter-werben (22.01.2014)

[6]http://www.amazon.de/Google-Chromecast-Streaming-Media-Player/dp/B00DR0PDNE/ (07.02.2014)

Christoph Mämecke

Christoph Mämecke

Christoph Mämecke ist dualer E- Commerce Student an der FH- Wedel und gleichzeitig für OTTO tätig. Vor dem Studium war er bereits in einer Online Marketing Agentur in London beschäftigt und konnte so Erfahrung im SEM und E- Mail Marketing sammeln.
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Autor: Christoph Mämecke

Christoph Mämecke ist dualer E- Commerce Student an der FH- Wedel und gleichzeitig für OTTO tätig. Vor dem Studium war er bereits in einer Online Marketing Agentur in London beschäftigt und konnte so Erfahrung im SEM und E- Mail Marketing sammeln.

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