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Himashiya Fösch
von

Retargeting Anbieter im Überblick

Die Individualisierung der Online Werbung hat eine bedeutsame Stellung im E-Commerce und führt dazu, dass Werbeformen wie Retargeting eine wichtige Rolle im Online Marketing Mix einnehmen. Hierbei sollten Nutzer, die bereits zuvor eine Webseite besucht haben und ohne einen Abschluss den Online Shop verlassen haben, identifiziert und das Interesse erneut geweckt werden. Während im Jahr 2011 und 2012 die personalisierte Werbung noch in Form von Retargeting an Effizienz und Effektivität in Frage gestellt wurde, ist heute kaum ein erfolgreicher Online Shop vorhanden, der Retargeting nicht einsetzt.[1] Gerade, weil Retargeting sich als Marketing Instrument bewährt hat, ergibt sich die Fragestellung welchen Stellenwert Retargeting im deutschen Markt derzeit hat und wie sich die verschiedenen Anbieter bezüglich Retargeting aufgestellt haben. Aus der Perspektive eines Online Shops existieren diverse Möglichkeiten Retargeting zu integrieren und zu nutzen. Hierbei spielt insbesondere die Frage, ob ein Online Shop einen externen Dienstleistern für Retargeting beauftragen sollte oder eine eigene Inhouse Lösung anstreben sollte.

Retargeting

Retargeting ist eine Maßnahme, die sich aus dem Targeting abgeleitet hat. Neben dem Begriff Retargeting wird als Synonym der Begriff Remarketing ebenfalls in der Praxis benutzt wie das bei Google Adwords der Fall ist. Laut BVDW wird Retargeting als „die Auslieferung eines Werbemittels an eine Nutzergruppe, die schon mal eine bestimmte Aktion (z.B. Klick auf ein bestimmtes Werbemittel, Onlinebestellung) getätigt hat“[2] beschrieben. Das Besondere dabei ist, dass dem User daraufhin eine personalisierte Werbung  mittels eines Display Ads ausgespielt wird, wodurch qualifizierter Traffic entsteht.[3] Weitere Funktionen können hier nachgelesen werden. Für werbetreibende Unternehmen sind Spezialdienstleister, die Retargeting  betreiben und anbieten, essentiell.

Retargeting Anbieter

Personalisierte Werbung bietet für diese Unternehmen ein attraktives Geschäftsmodell, die in unterschiedlichen Varianten umgesetzt werden. Dabei wird zwischen den einzelnen Retargetinganbietern differenziert,  die entweder Technologieanbieter wie Criteo, myThings und Sociomantic sind, klassische Retargetinganbieter in Form von Agenturen wie d3media, Mediamind und xplosion interactive oder typischen Vermarktern.

Um eine objektiven Überblick zu erhalten werden hierfür zunächst drei Retargeting Anbieter in Deutschland verglichen: Criteo, xplosion interactive und Sociomantic. Während Criteo ein Technologieanbieter ist, ist xplosion ein Retargetingdienstleister in einer klassischen Agentur mit einer Technologie. Sociomantic ist hingegen eine Demand-Side-Plattform für RTB hinsichtlich Onlinewerbung und Nutzeranalyse. Nach persönlichem Anschreiben an die Unternehmen konnten mit Hilfe eines Fragenkatalogs diverse Aspekte hinsichtlich der Funktionen und Dienstleistungen der Anbieter herausgefunden werden. Hierbei waren die Ansprechpartner Sybille Weber, Senior Account Strategist von Criteo, Anna Jung von xplosion interactive und Mareen Richter, Account Manager von Sociomantic. Anhand einer Tabelle werden im Folgenden die Anbieter hinsichtlich ihrer Dienstleistungen und Eigenschaften dargestellt.

 

Vergleich der Retargeting Anbieter

Retargeting Anbieter im Vergleich

Retargeting Anbieter im Vergleich

 

Criteo

Criteo, ein Technologieanbieter für personalisiertes Retargeting, gehört mit zu den Marktführern und verfügt laut Sybille Weber im Vergleich zu der Konkurrenz über eine bessere Technologie. Laut Gauthier hat die eigene Technologie Entwicklung die höchste Priorität im Unternehmen. [4] Währendd der Kunde Self- und Full- Service sowie die Kombination von beidem auswählen kann, kann der Kunden bei Bedarf die Kampagne überwiegend selbstständig zu steuern. Dadurch kann dieserin Echtzeit in all seine Kampagnen und Performances wie z.B. Impressions, Klicks, Sales, CTR usw. einsehen. Der Full-Service ermöglicht hingegen bei Bedarf viel Beratung und Austausch durch den Account Manager oder Strategen in Anspruch zunehmen.Die Reichweite kann bei der Auslieferung der Kampagnen eine Abdeckung von 96% der Online User in Deutschland erreichen und ist vom Budget abhängig. Criteo arbeitet mit AGOF Publishern und Netzwerken zusammen und hat mit vielen eine direkte Kooperation.

Eine Besonderheit ist, dass Kunden von Criteo  miteinander zusammenarbeiten können, um sich gegenseitig zu unterstützen. z.B. kann ein Retailer mit einem Brand, basierend auf ein gemeinsamen Cookie Pool kooperieren. Das Attributionsmodell basiert immer auf CPCs, „die kunden-, produkt- und saisonspezifisch festgelegt“[5] werden, abhängig von der Kampagnenperformance und ist jederzeit anpassbar. Dennoch ist es in Criteos Interesse die Zielvorgaben der Kunden zu erreichen, wodurch auch auf das CPO des Kunden hin optimiert wird. Dadurch dass der Kunde erst bei einem Klick auf das Werbemittel bezahlt, ist das Risiko für diesen geringer.

Criteo verfügt über Daten von den werbetreibenden Webseiten, Drittanbietern und der eigenen Criteo Technologie. Des Weiteren besteht außer dem typischen Last-Cookie-Wins auch die Möglichkeit Customer Journey Modelle einzusetzen. Neben Retargeting bietet Criteo auch andere Funktionen wie z.B. Look-a-Like, das auch als statistischer Zwilling bekannt ist, an.Seit  April 2012 besteht eine Kooperation mit Double-Verify, die eine Technik einsetzt, die ermöglicht die Umfelder zu kontrollieren, wo Banner ausgespielt werden. Somit soll vermieden werden, dass die Werbung auf illegalen oder unangemessenen Seiten ausgestrahlt wird.[6]

In der Zukunft möchte Criteo abgesehen vom Erschließen von China als Markt, Mobile Retargeting, Email Retargeting und Cross Device Tracking vorantreiben.[7]

Xplosion interactive

Nach eignen Angaben ist xplosion sowohl ein Technologieanbieter als auch ein klassischer Retargetinganbieter.[8] Die Besonderheit ist, der Einsatz von Collaborative Filtering, das ermöglicht, Interaktion des User Profils mit dem Shop zu analysieren. Dabei werden signifikante Zusammenhänge über mehrere Profile statistisch erstellt, wodurch verändertes Profilverhalten berücksichtigt werden kann. Einflussgrößen wie z.B. Warenkorbprodukte, angesehene sowie gekaufte Produkte werden ebenfalls betrachtet. Schließlich wird anhand von Logiken Usercluster gebildet.[9] Im Vergleich zu Criteo hat xplosion bereits Cross Targeting im Einsatz.

Bei der Nutzung von xplosion  muss ein Mindestbuchungsvolumen von 3.000 € für eine drei monatige Testphase gebucht werden. Der Kunde hat im Vergleich zu Criteo mehr Auswahl an Abrechnungsmodellen, allerdings ist ein Self- Service nicht möglich. Denn „durch die unterschiedlichen Abrechnungsmodelle, [kann xplosion] keine Preisanpassungen direkt durch den Kunden gewähren [...].“[10]Ein Vorteil ist sicherlich die exklusive Auslieferung der Werbung auf T-Online und Interactive Media Webseiten, wo laut Jung sich über 60% der User im deutschen Web bewegen und somit die Quote höher ist, einen User wiederzufinden. Die Daten kommen sowohl vom Kunden, als auch „von Interactive Media bzgl. deren User Bewegung auf den Portfolio Seiten“[11] und durch RTB, der Supply-Side-Plattformen (SSP).

Für die Zukunft plant das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Intercative Media ihr Portfolio zu erweitern. Ein weiteres interessantes Feld ist der Livegang Trade Desk, der einen direkten Zugriff der Werbetreibende auf Real-Time Advertising (RTA) Kampagnen mit Targeting Optionen ermöglicht. Sowohl Geo (Re-)Targeting als auch Location-based Targeting und der Mobile Aspekt sollen weiter ausgebaut werden. Der wichtigste Punkt ist der Aufbau einer eigenen Data-Management-Plattform  mit dem Ziel, dass deutschlandweit Daten gekauft und getauscht werden können.[12]

Sociomantic

Sociomantic ist ein Anbieter für Programmtic-Display Advertising bzw. eine Demand-Side-Plattform. Das Unternehmen ist weltweit in 60 Ländern tätig. Im Vergleich zu Criteo bietet sociomantic nur einen reinen Full-Service bzw. ein Managed Service an. Neben dem TKP existiert noch ein „prozentualer Fee“, der vom Kunden erbracht werden muss. Sociomantic nutzt keine AGOF Vermarkter oder dergleichen Netzwerke, sondern ist auf RTB-Inventar fokussiert. Laut Angabe von Mareen Richter kann sociomantic eine 100% Abdeckung von allen verfügbaren RTB Inventars erreichen, da alle relevanten SSPs angeschlossen sind.Hinsichtlich der Daten ist unklar wie viele Cookies durch das Unternehmen gesetzt werden. Die technische Anbindung erfolgt über das „Sociomantic‘s asynchrones javascript tracking“[13] und wird wie bei den anderen beiden Anbietern kundenseitig angebunden. Das Besondere ist, dass im Vergleich zu der Konkurrenz, die eigene Technologie:

„Sociomantic bietet aktuell als einziger Anbieter Europas basierend auf eigener Technologie die Möglichkeit, echte userindividuelle Preise für die dynamische Einblendung von Bannern zu zahlen, um damit Budgetaufwendungen so effizient wie möglich zu platzieren.“[14]

Laut dem Unternehmen hat es eine 100% Kostentransparenz und die Möglichkeit Kampagnen nach CRM Logik eines Kunden zu splitten, wodurch zwischen Bestandskunden und Neukunden differenziert werden kann. Eine Besonderheit ist außerdem, dass sociomantic die Banner selbstständig und individualisiert für den Kunden kreiert. Dadurch, dass die Banner mit D-HTML erstellt werden, ist die Auslieferung auf mobilen Geräten ebenfalls möglich.

In der Zukunft will das Unternehmen mit dunnhumby, einem Datenanalysten hinsichtlich Profildaten, dessen Eigentümer Tesco ist, eine Kooperation beginnen.[15]

Bewertung der Anbieter

Der Vergleich der Anbieter veranschaulicht, dass die Unternehmen sich sehr unterschiedlich im Markt positioniert haben und diverse Vorteile mit sich bringen. Insbesondere für Firmen mit wenig Know-How bieten die Dienstleister eine gute Möglichkeit, Retargeting ohne großes Risiko zu testen und als ein Marketing Kanal zu erproben. Das werbetreibende Unternehmen kann sich somit auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Deutlich wird auch, dass zunehmend mehr Dienstleister, abgesehen von den typischen Trafficquellen wie Vermarktern, auch FBX und RTB nutzen. Dabei ist FBX ein Tool, das Werbetreibenden ermöglicht, ebenfalls in Echtzeit wie bei RTB, potentielle Kunden über Facebook zurückzugewinnen.

Vor zwei Jahren waren einige Nachteile vorhanden wie z.B. dass Anbieter keine Segmentierung vornehmen und lediglich auf Clicks aus sind, um Performance zu generieren.[16] Diese werden heute von den Retargetinganbietern versucht zu verhindern, indem nach bestimmten Segmenten wie Warenkorbabbrecher und Kategorien optimiert wird und verschiedene Abbrechnungsmodelle angeboten werden. Außerdem sind die Möglichkeiten, negative Effekte des Retargeting auszuschließen, von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich.[17] Hierbei ist neben Frequency Capping (FC) außerdem auch das Mediaumfeld wichtig, indem die Werbung ausgestrahlt wird.[18]Um Gefahren von Blind Networks zu vermindern, wird mit Brand-Saftey Unternehmen gearbeitet wie bsp. bei Criteo. Das Customer Journey Modell ist mittlerweile ebenso möglich wie das Prinzip von Last-Cookie-Wins. Auch der Fokus auf RTA und Mobile Retargeting ist deutlich erkennbar.

Ein wichtiger Aspekt sind außerdem die Daten. Zum einen welche Informationen bei der Profilierung des Users erfasst werden, zum anderen wie viele Daten dabei erhoben werden und die Anzahl der Cookies, die i.d.R. gesetzt werden.[19] Je mehr Nutzerdaten zur Verfügung stehen, „desto größer sind die Einsatzmöglichkeiten des Retargetings“[20]. Durch die Anbindung von CRM Daten wird versucht, die personalisierte Werbung für Bestandskunden zu optimieren. Gleichzeitig bedeutet dies, je personalisierter die Werbung sein soll, desto mehr Daten muss das werbetreibende Unternehmen dem Anbieter überlassen. Der Vergleich der Retargeting Anbieter verdeutlicht, dass trotz der vielfältigen Möglichkeiten und Vorteile, auch Nachteile bestehen.

Die Problematiken werden ebenfalls durch Studien von Chango offensichtlich. Bei der Aufforderung die Retargetinganbieter zu bewerten mit denen zusammengearbeitet wurde, gibt die überwiegend Zahl der Befragten an, dass sie nur mittelmäßig mit ihren Anbietern zufrieden sind. Gerade einmal 25 % sind sehr zufrieden, während die restlichen entweder gar nicht (2 %) bzw. minimal (17 %) oder nur ein wenig zufrieden sind (56 %). [21] Auch beim Vergleich mit der gleichen Studie, die ein halbes Jahr später im April 2014 durchgeführt wurde mit teilweise abgeänderten Fragestellungen, ist zu erkennen, dass mit überwiegend 63 %, die Befragten eine Inhouse Lösung für Retargeting in der Zukunft anstreben.[22]

Die Ursachen für den Trend sind zum einen, dass sehr viele Anbieter auf dem Markt existieren, die dasselbe machen. Dadurch können Werbetreibende sich nicht entscheiden und wissen oft nicht, wer der geeignete Partner für die Zusammenarbeit ist. Zum anderen beschweren sich viele Werbetreibende, dass zu wenig Transparenz vorhanden ist. Auch die Entstehung der Kosten bzw. die Bezahlung können viele nicht nachvollziehen. Des Weiteren spielt trotz des Einsatzes von FC die Frage, inwiefern FC kanalübergreifend funktioniert. Zum einen haben Kunden mehrere Marketingkanäle und zum anderen werden oftmals mehrere Anbieter gleichzeitig genutzt, wodurch FC seine Wirkung verliert.  Aber auch der Umgang mit den Daten ist für Kunden ein relevanter Aspekt, denn Kunden können nicht mit Sicherheit sagen, wie die Anbieter die Nutzerdaten handhaben. Die unternehmenseigenen Daten zu kontrollieren ist von höchster Priorität für Werbetreibende. Denn, dass insbesondere technologisch getriebene Anbieter für ihre Algorithmen nicht alle Daten benutzen, die sie zur Verfügung haben, scheint unwahrscheinlich. Zum Nachteil des Werbetreibenden kann somit die Konkurrenz ebenso von den Daten profitieren.

Fazit

„Im Zusammenspiel mit anderen Online-Marketing-Maßnahmen, neuen Datenzugängen und dynamischem Mediaeinkauf hat Retargeting einen festen Platz im Online-Mediamix eingenommen.“[23]

Steffen Kai, Head of Smart Retargeting Solution bei pilot Hamburg, fasst mit dieser Aussage zutreffend die derzeitige Situation von Retargeting zusammen. Trotz der andauernden Kritik hat Retargeting sich als Kanal etabliert und bietet ein Mehrwert für die Werbetreibenden. Das steigende Interesse an Online Handel und der wachsende Einsatz von Online Werbung führen dazu, dass Kanäle wie Retargeting gut in der digitalen Welt Fuß gefasst haben. Zwar gibt es noch einige Herausforderungen und Risiken, die Retargeting mit sich bringt, wie z.B. das Integrieren von Retargeting in den Marketing Mix und das kanalübergreifendes Werben ermöglicht wird, damit Steuerungsmechanismen wie FC ihre gewünschte Funktion ausführen können. Trotzdem ist empirisch bewiesen, dass personalisierte Werbung effizient ist und sich auf das Kaufverhalten auswirkt. Hierzu zählen sicherlich auch andere Targetingformen und Alternativen zu Retargeting wie Audiance Targeting und Look-A-Like , die Unternehmen zuverlässige Ansprache ermöglichen.

Die Retargetinganbieter haben ebenfalls eine bedeutende Rolle im Markt und eine Vielzahl von Möglichkeiten ein Unternehmen beim Retargeting zu unterstützen. Aber durch diese Fülle sind viele werbetreibende Unternehmen überfordert und verunsichert. Die ständige Entwicklung des Marktes und die kontinuierliche Notwendigkeit der Unternehmen sich der Gegebenheiten anzupassen, führt dazu, dass E-Commerce Händler sich langfristig erfolgreich aufstellen müssen. Die technischen Innovationen werden dazu führen, dass weitere relevante Lösungen entwickelt werden wie bsp. RTA. Führende E-Commerce Unternehmen müssen deshalb Konsequenzen daraus ziehen. Je nach Bedarf muss entschieden werden, ob es sinnvoll ist eine Inhouse Lösung anzustreben oder ob eine externe Lösung eine effizientere Lösung darstellt. Auch eine Kombination von beiden kann lohnenswert sein.

Der Vorteil von Anbietern ist sicherlich, dass Vorhandensein eines großen Werbenetzwerkes und das spezifische Know-How für die Technologie. Durch die Netzwerke kann sich das Pricing verbessern, da Kunden Rabatte und Synergien nutzen können. Die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister erscheint im ersten Moment einfacher, aber selbstständiges Betreiben von Retargeting kann ebenso sinnvoll sein. Mit der stetigen Entwicklung des Online Display Marktes und der Vielzahl an Möglichkeiten Retargeting bzw. Targeting zu betreiben, macht es für große E-Commerce affine Unternehmen durchaus Sinn, eine Self-Service Lösung bzw. eine Inhouse Lösung anzustreben.

Inhouse Lösung

Der Vorteil von einer Inhouse Variante ist die komplette Kontrolle und damit eine ständige Transparenz. Insbesondere das Real-Time Advertising bietet dem Display Markt neue Transparenz, die vorher nicht gegeben war, wobei dieses Thema so umfassend ist, dass weitere Ausführungen den Rahmen der Arbeit sprengen würden. Außerdem ist die Möglichkeit gegeben von den Erfahrungen Learnings zu erhalten, die sinnvoll für das Optimieren der Kampagnen genutzt werden kann. Des Weiteren würden die laufenden Kosten an die Dienstleister erspart werden, wodurch wiederrum mehr Budget für eine Inhouse Lösung vorhanden ist. Die Budgetierung wäre transparenter, denn die Preissetzung für CPC etc. entfallen ebenso. Auch die Effizienz hinsichtlich FC ist besser, da FC kanalübergreifend betrieben werden kann und auch Cross Retargeting würde erleichtert werden. Ein weiteres wichtiges Argument ist sicherlich, dass die Daten im Unternehmen bleiben und allein der Fokus auf den Kampagnen des Unternehmens liegt. Es ist die Sicherheit gegeben, dass die verwendeten CRM Daten nicht weitergegeben werden und nur für unternehmenseigene Vorhaben genutzt werden.

Der Erfolg bei einer Inhouse Lösung hängt aber auch davon ab, wie viel Wissen vorher im Unternehmen vorhanden ist oder wie viel Wissen angeeignet werden muss. Denn für Retargeting wird spezifisches Know-How, Zeit und Budget benötigt. Die Mitarbeiter müssen relevantes Wissen haben, sich ständig weiterbilden und das Wissen ebenfalls mit anderen Experten austauschen. Je nachdem, ob ein neuer externer Mitarbeiter eingesetzt wird, der sich bereits mit der Thematik auskennt oder ein Mitarbeiter der  sich noch einarbeiten muss, kann Zeit vergehen. Durch spezialisierte Mitarbeiter besteht eine gewisse Abhängigkeit, die aber mit einem Dienstleister ebenso gegeben ist. Deshalb wird es notwendig sein Ressourcen zu haben, um evtl. mehrere Stellen aufzubauen, damit das Wissen verteilt ist. Außerdem spielt auch die Größe des Werbenetzwerkes und die nutzbaren Trafficquellen eine große Rolle. Ohne diese Parameter können keine User angesprochen werden. Um diese Punkte jedoch zu erfüllen, wird zunächst größeres Budget benötigt.

Zwar ist der Aufbau einer eigenen Lösung kostspieliger, aber langfristig gesehen kann es eine bessere Investition sein,  um im Wettbewerb eine starke Position beizubehalten.


[1] Kiessling, T. (Mai 2012). Retargeting= Reaktivierung von Käufern?- Oder hätte der User sowieso gekauft? Abgerufen am 1. Juni 2014 von intelliAd: http://www.intelliad.de/files/dokumente/intelliad_2012_04_Whitepaper_Retargeting.pdf

[2] BVDW. (22. September 2009). Targeting Begriffe & Definition. S.4. Abgerufen am 3. November 2013 von BVDW: http://www.bvdw.org/mybvdw/media/download/bvdw-ak-targeting-defintionen-20090922.pdf?file=1137.

[3] BVDW. (November 2012). Einsatzmöglichkeiten zielgruppenbasierter Online- Werbung. S.7. (BVDW, Hrsg.) Abgerufen am 28. Mai 2014 von BVDW: http://www.bvdw.org/mybvdw/media/download/bvdw-leitfaden-zielgruppenbasierter-online-werbung.pdf?file=2489

[4],[6] Gauthier, P. (21. Januar 2013). “Retargeting hat uns groß gemacht”. (T. Gabler, Interviewer) Abgerufen am 15. Juni 2014 von Internet World Business: http://www.internetworld.de/onlinemarketing/performancemarketing/retargeting-gross-gemacht-285377.html

[5],[7] Weber, S. (2014). Experteninterview Criteo

[8],[10], [11],[12] Jung, A. (2014). Experteninterview xplosion interactive

[9]  Sales Präsentation xplosion (2014). S.16

[13],[14],[15] Richter, M. (2014). Experteninterview Sociomantic

[16] Feist, J. (2011). Efficient Retargeting. , S.370. In T. Schwarz, Leitdafen Online Marketing (Bd. 2, S. 365-367). Waghäusel: marketing-Börse.

[17],[19] Internet World Business. (20. November 2010). Interesse an Retargeting wächst.Retargeting verspricht, den Umsatz im Online Shop zu steigern. Doch ganz ohne Fallstricke ist diese Art.S.19f., Internet World Business(24), S. 19-21.

[18],[20],[23] Kai, S. (2. Februar 2013). Retargeting – Auf der Suche nach Daten und gleichberechtigten Partnern. Abgerufen am 29. Juni 2014 von adzine: http://www.adzine.de/site/artikel/8205/targeting/2013/02/retargeting-auf-der-suche-nach-daten-und-gleichberechtigten-partnern-

[21] Hamman, D., & Plomion, B. (Q4 2013). The Retargeting Barometer Report.S.18f., Abgerufen am 4. Juni 2014 von Chango: http://www.chango.com/resources/whitepapers/the-retargeting-barometer-report-q4-2013

[22] Hamman, D., & Plomion, B. (Mai 2014). State of the Industry Retargeting Barometer. S.6. (Chango, & Digiday, Hrsg.) Abgerufen am 27. Juni 2014 von Chago: http://www.chango.com/resources/whitepapers/SOTI-Retargeting-Q2-2014


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von

Retargeting aus Userperspektive

Retargeting überzeugt durch eine hohe Conversion und bessere Klickraten auf die Werbemittel. Dies ist damit zu begründen, dass personalisierte Werbebanner einen höheren Relevanzaspekt für den User darstellen und deshalb auch eindringlicher wahrgenommen werden. Retargeting kann sogar bis zu 75 % mehr Abverkäufe als statische Displaywerbung realisieren.[1] Dieser Blogbeitrag soll aufzeigen, welche Aspekte bei dieser Marketingmaßnahme im Bezug auf die User eine relevante Rolle spielen und wie Retargeting-Kampagnen den zielgruppenspezifischen Anforderungen und Wünschen angepasst werden können.

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Friederike Bartholomäus
von

Vergütungsmodelle im Affiliate Marketing – Welche Incentives können gesetzt werden

Das Online-Marketing ist ein sehr datengetriebener Bereich, da durch die technischen Möglichkeiten der Datensammlung das Verhalten von Nutzern in Online Shops analysiert und Optimierungspotentiale abgeleitet werden können. Die Customer Journey Analyse ermöglicht es dabei zu messen, welche Marketing-Kanäle für Kunden innerhalb welcher Phase im Kaufprozess besonders relevant sind. Die Interaktion mit einem Werbemittel wird dabei Kontaktpunkt genannt. Ein wichtiger Marketing-Kanal ist das Affiliate Marketing. Von zentraler Bedeutung ist hierbei das vom Unternehmen genutzte Vergütungsmodell: Wie wird ein Publisher für das Schalten von Werbemitteln vergütet? Welche zusätzlichen Incentives kann ein Advertiser setzen? Diesen Fragen bin ich innerhalb meiner Seminararbeit in Kooperation mit OTTO nachgegangen.

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WebSpotting
von

Fortsetzung der Beitragsreihe “Seminar E-Commerce” auf WebSpotting

Letztes Jahr haben wir auf WebSpotting in der Beitragsreihe “Seminar E-Commerce” einige studentische Beiträge veröffentlicht. Wir werden die Reihe ab sofort um Beiträge aus dem Sommersemester 2014 ergänzen.

Im Folgenden findet Ihr eine Übersicht über Themen und deren Autoren in Reihenfolge der geplanten Veröffentlichung.

  • Vergütungsmodelle im Affiliate Marketing – Welche Incentives können gesetzt werden? (Friederike Bartholomäus)
  • Retargeting aus Userperspektive (Daniel Simovic)
  • Retargeting Anbieter im Überblick (Himashiya Fösch)
  • Berücksichtigung von SEO-Aspekten beim Relaunch zugriffsstarker Webseiten (F. Breier)
  • Strategische Analyse der Geschäftsaktivitäten von Amazon (Jens Krieger)
  • Optimierte Budget Allokation durch Customer-Journey-Analyse (Alexander Schöpe und Melina Müller)
  • Kunden-Segmentierung zur zielgruppengerechten Ansprache im E-Mail-Marketing (Andra Plückthun)
  • Google Site Search (I. Brenning und R. Holz)
  • Multivariates Testing als Methode der quantitativen Website-Optimierung (Jan Fischer)
  • Esprit – Analyse eines Multi-Channel-Händlers (Marlitt Schwass)
  • Social Media im Fashion Business – Aktuelle Entwicklungen auf Instagram (Isabel Bohr)
  • RTA – Aktuelle Entwicklung im Real Time Advertising (Anne Sophie Wiese)
  • Real Time Advertising (Syuzanna Gaplanyan)

Die veröffentlichten Artikel werden dann hier verlinkt sein, sodass dieser Beitrag dann als Wegweiser genutzt werden kann.

Falls ihr Fragen oder Anmerkungen habt nutzt bitte die Kommentarfunktion.

Der erste Beitrag wird bereits morgen veröffentlicht werden. Seid gespannt!

Des Weiteren werdet ihr natürlich nach wie vor über unsere Facebook  Fanpage über alle Neuigkeiten rund um WebSpotting informiert.


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Tobias Hirt
von

Shopify – Online Shop, schnell und einfach

Shopify ist ein Dienstleistungsunternehmen, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, eine Shop Software auf den Markt zu bringen, mit der auch unerfahrene Webentwickler etwas anfangen können. Ein einfaches Baukastensystem, sowie Erweiterungen die über einen App Store hinzuzufügen sind, machen es den Nutzern so einfach wie den Umgang mit ihrem Smartphone. Dabei entstand das Unternehmen nicht aus dem Grund, den Menschen eine einfache Software zu bauen, sondern vielmehr darum die gängigen Möglichkeiten einer Shop-Software auszubauen.[1]

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Timo Gisder
von

SagePay als Payment Service Provider

Der Payment Service Provider SagePay

 

SagePay ist ein Payment Service Provider, der unter dem Namen Protx durch eine Gruppe privater Investoren im Jahre 2001 gegründet wurde. Ziel von Protx war es, sichere Onlinetransaktionen und einen einfachen Zahlungsservice für kleine und mittelständische Unternehmen zu bieten. Während andere Payment Service Provider auf ein Preismodell setzten, in dem pro Transaktion abgerechnet wird, entschloss sich Protx im Juni 2003, ein Flatrate Angebot für kleine und mittelständische Unternehmen ohne Transaktionsgebühren zu bieten.

Im Jahr 2006 wurde Protx von dem Unternehmen Sage aufgekauft. Im April 2009 wurde Protx durch ein Rebranding zu SagePay. Durch eine Akquisition von Integral wurde SagePay im Februar 2012 zum Multi-Channel-Anbieter.

Mittlerweile sind bei SagePay ca. 300 Mitarbeiter in Europa angestellt, welche über 50.000 Kunden betreuen.

 

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Julia Schurr
von

Fredhopper®

Überblick:

Eine Suchleiste ist für einen Onlineshop besonders wichtig. Potenzielle Käufer möchten schnell ihr Produkt finden. Eine Suchlösung ist Fredhopper®. Frederik Nieuwenhuys und Joris Beckers gründeten das Unternehmen 1999 und verkauften Fredhopper ®2010 an SDL.

Es gibt zwei Möglichkeiten den Suchanbieter in einen Shop einzubinden.

  • Software as a Service (SaaS)
  • In-House Lösung

In der SaaS Variante ist der Kunde nur Nutzer. Die restlichen Aufgaben, wie zum Beispiel das Hosting oder die Installation, übernimmt Fredhopper®. In der In-House Lösung können die Kunden ihre eigenen Server benutzen und die Suchlösung kann ohne Probleme in ein Shopsystem, wie Hybris, oder in einer individuellen Shoplösung eingebunden werden.

Fredhopper® ist ein Standardprodukt. Falls die standardisierte Lösung nicht ausreicht, können Zusatzmodule dazu gekauft werden. Die Kosten für Fredhopper® sind hoch und es müssen verschiedene Aspekte berücksichtigt werden. Der Einstiegspreis liegt bei circa 30.000€. Zusätzlich müssen durchschnittlich weitere 20.000 bis 30.000€ einkalkuliert werden und die Kosten hängen von den Zusatzmodulen, den durchsuchten Daten und Anzahl der Anfragen, der Sprachen und Webseiten ab.

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Jessica Schurr
von

FACT-Finder®

FACT-Finder® optimiert die Suche und die Navigation eines Online-Shops. Diese Software gehört zur Omikron Data Quality GmbH, die 1981 von Carsten Klaus gegründet wurde. Die Such- und Navigationsplattform kann in jedes Shopsystem eingebunden werden. 1993 ist erstmals die Software unter den Namen: “Data Quality Software DBRS“ vorgestellt worden. Im Jahr 2001 kam der FACT-Finder®, auch Fragmentary Aliknesse Comparing Technique genannt, auf dem Markt. Heute ist der FACT-Finder® ein europäischer Marktführer.

Quelle:www.dotsource.de/labs/wp-content/uploads/2012/09/Diplomarbeit_MichaelGlazkov_FACT-Finder-und-Solr.pdf

Funktionen:

FACT-Finder® Funktionen in der Mitte befindet sich die Basis Funktion

FACT-Finder® Funktionen in der Mitte befindet sich die Basis Funktion

Quelle: Eigene Darstellung

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Anne-Isabell Schröder
von

PAYONE – Der Payment-Service-Provider

Eine Vielfalt an unterschiedlichen Zahlungsmethoden spielt im E-Commerce zunehmend eine entscheidende Rolle: Die finale Kaufentscheidung wird am Zeitpunkt der Auswahl des bevorzugten Zahlungsmittels getroffen. Ist dieses nicht vorhanden, brechen 24% der Nutzer an dieser Stelle den Online-Kauf ab. [1]
Leider findet man immer noch Online Shops bekannter Marken mit Mängeln im Bereich der Zahlungsabwicklung. In dem folgenden Beispiel führte die Einzeloption Zahlung per Kreditkarte gar zum Abbruch der Bestellung:

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