Wie gelingt die Website-Optimierung, wenn technische Hürden den ursprünglichen Projektplan komplett verändern? Genau diese Frage begleitete unser Projekt im Modul Onlineplattformen – Betrieb und Optimierung. Gemeinsam mit unserem Praxispartner, der VIA Kirche Hamburg, wollten wir die bestehende Website analysieren, datenbasiert optimieren und durch Webtracking fundierte Handlungsempfehlungen entwickeln. Doch schon nach den ersten Wochen zeigte sich, dass Projekte in der Praxis selten geradlinig verlaufen. Stattdessen waren Flexibilität, Kommunikation und kreatives Problemlösen gefragt.
Der Weg zum Praxispartner
Bevor das Modul losging und unsere Projektarbeit starten konnte, war unsere Aufgabe, einen Praxispartner zu finden. Zunächst haben wir Kontakt zu mehreren Unternehmen aufgebaut, diese per E-Mail oder Instagram angeschrieben und Gespräche geführt. Ein potenzieller Partner, von dem wir zunächst dachten, dass die Zusammenarbeit zustande kommt, sagte jedoch kurzfristig ab. Somit mussten wir unsere Suche erneut starten. Zwischenzeitlich war es auch gar nicht sicher, ob wir rechtzeitig noch einen Partner finden würden. Doch kurz vor der ersten Projektpräsentation ergab sich über persönliche Kontakte noch eine Zusammenarbeit mit VIA Kirche Hamburg.
Ausgangssituation für die Website-Optimierung
Die Webseite der VIA Kirche erfüllte bereits ihre Grundfunktion als Informationsplattform. Trotzdem bemerkten wir nach der ersten Analyse mehrere Optimierungspotenziale. Die mobile Nutzung war sehr verbesserungswürdig und wichtige Inhalte waren teilweise schwer auffindbar. Im Kontaktbereich gab es bei der Benutzung unnötige Hürden. Ebenso wurden zentrale Fragen neuer Besucher auf der Seite nicht sofort beantwortet. Außerdem fehlte ein professionelles Tracking. Ohne dieses Tracking gab es keine belastbaren Nutzungsdaten. Ohne diese Daten war es fast unmöglich, fundierte Entscheidungen über zukünftige Optimierungen zu treffen.
Unser ursprüngliche Website-Optimierung
Zu Beginn entwickelten wir einen umfangreichen Projektplan. Ziel war es, die Website sowohl technisch als auch inhaltlich weiterzuentwickeln. Geplant waren unter anderem für die Website-Optimierung:
- Einführung eines Webtrackings mit Google Analytics 4 und Google Tag Manager
- Entwicklung eines Tracking-Konzepts inklusive relevanter KPIs
- Optimierung der User Experience nach Mobile-First-Prinzipien
- Verbesserung der Conversion durch optimierte Kontaktmöglichkeiten
- SEO-Grundlagen zur Steigerung der Sichtbarkeit
- Analyse der erhobenen Nutzungsdaten und Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen
Das Projekt war in mehrere Phasen gegliedert – von der Analyse über die Konzeption und Umsetzung bis hin zu Testing und Abschlussdokumentation. Parallel dazu fanden regelmäßige Abstimmungen innerhalb des Teams sowie mit unserem Praxispartner statt.
Feedback führte zu einem neuen Fokus
Bereits nach der ersten Projektpräsentation erhielten wir wertvolles Feedback zur Website-Optimierung. Unser Projektumfang war deutlich zu groß gewählt. Statt viele verschiedene Bereiche oberflächlich zu bearbeiten, sollten wir uns auf wenige Themen konzentrieren und diese dafür fundiert umsetzen.
Daraufhin passten wir unseren Projektplan an. Der Schwerpunkt lag nun auf dem Aufbau eines Tracking-Konzepts, einzelnen Website-Optimierungen sowie einer späteren Datenauswertung. Diese Anpassung machte das Projekt realistischer und sorgte für eine klarere Zielsetzung. Gleichzeitig zeigte sich bereits hier, wie wichtig regelmäßiges Feedback im Projektmanagement ist.
Wenn Technik den Projektplan verändert
Die größte Herausforderung entstand jedoch erst während der Umsetzung.
Für das geplante Webtracking mussten zunächst verschiedene technische Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu gehörten unter anderem die Einrichtung der Domain, Google Analytics, Google Tag Manager sowie des Cookie-Banners. Genau an diesem Punkt traten jedoch unerwartete Probleme auf.
Ein bereits seit längerer Zeit bestehendes Domainproblem verhinderte, dass Google Analytics vollständig eingerichtet werden konnte. Da die Website ursprünglich von einer externen Person erstellt worden war, standen viele technische Informationen zunächst nicht zur Verfügung. Dadurch verzögerten sich mehrere Arbeitsschritte erheblich.
Anstatt den Projektfortschritt abzubrechen oder auf Lösungen zu warten, entschieden wir uns dafür, unseren Projektplan flexibel anzupassen und die Zeit sinnvoll für andere Optimierungen zu nutzen. Genau diese Fähigkeit, auf Veränderungen zu reagieren, gehört zu den wichtigsten Erfahrungen, die wir aus dem Projekt mitgenommen haben.
Unsere Website-Optimierung Umsetzung
Trotz der technischen Einschränkungen konnten zahlreiche Verbesserungen erfolgreich umgesetzt werden.
Ein Schwerpunkt lag auf der Optimierung der Website-Struktur. Inhalte wurden übersichtlicher organisiert, die Navigation vereinfacht und Kontaktmöglichkeiten verbessert. Besonders wichtig war dabei die Überarbeitung des Kontaktbereichs. Ein zuvor nicht funktionierender Kontaktbutton wurde korrigiert und mit dem entsprechenden Ziel verknüpft. Zusätzlich wurden weitere Verbesserungen an der Seitenstruktur vorgenommen.
Ebenso haben wir die Seitenstruktur verbessert. In der Zwischenzeit entwickelten wir ein vollständiges Tracking-Konzept. Durch die Domain-Problematik war es noch nicht möglich, das Konzept vollständig produktiv einzusetzen. Dennoch haben wir eine fundierte Grundlage für eine spätere Datenerhebung ausgearbeitet, worin relevante KPIs, mögliche Events sowie zukünftige Optimierungsmöglichkeiten definiert sind.
Während des gesamten Projekts standen wir regelmäßig mit unserem Ansprechpartner der VIA Kirche in Kontakt. In persönlichen Gesprächen sowie über digitale Meetings wurden Fortschritte vorgestellt, offene Fragen geklärt und neue Ideen diskutiert. Dadurch konnten viele Optimierungen direkt an den Bedürfnissen des Praxispartners ausgerichtet werden.
Datenbasierte Optimierung als langfristiges Ziel
Ein wesentlicher Bestandteil unseres Projekts war die Entwicklung eines nachhaltigen Optimierungsansatzes. Anstatt ausschließlich kurzfristige Änderungen an der Website vorzunehmen, wollten wir eine Grundlage schaffen, auf der zukünftige Entscheidungen datenbasiert getroffen werden können. Gerade im digitalen Umfeld reichen subjektive Eindrücke häufig nicht aus, um das Nutzerverhalten zuverlässig zu bewerten. Erst durch die systematische Erfassung und Auswertung relevanter Kennzahlen lassen sich Optimierungspotenziale objektiv erkennen.
Aus diesem Grund entwickelten wir ein Tracking-Konzept, das festlegt, welche Nutzerinteraktionen zukünftig erfasst werden sollen. Dazu gehören beispielsweise Klicks auf Kontaktmöglichkeiten, die Nutzung zentraler Navigationselemente oder der Besuch wichtiger Informationsseiten. Aus diesen Daten können anschließend Kennzahlen abgeleitet werden, die Aufschluss darüber geben, wie Besucher die Website nutzen und an welchen Stellen Verbesserungen sinnvoll sind.
Auch wenn die vollständige technische Implementierung aufgrund der Domainproblematik nicht abgeschlossen werden konnte, entstand ein Konzept, das unmittelbar nach Behebung der technischen Voraussetzungen eingesetzt werden kann. Damit profitiert die VIA Kirche langfristig von unserem Projekt, da zukünftige Optimierungsmaßnahmen auf einer fundierten Datengrundlage aufbauen können und nicht ausschließlich auf Vermutungen basieren. Wie die umgesetzten Optimierungen in der Praxis wirken, können Sie auf der Website der VIA Kirche: https://viakirche.de/ selbst erkunden.
Zusammenarbeit im Team
Auch die Organisation innerhalb unserer Projektgruppe spielte eine wichtige Rolle.
Die Aufgaben wurden entsprechend der individuellen Stärken verteilt. Während sich zwei Teammitglieder schwerpunktmäßig um Projektkoordination und Kommunikation kümmerten, lag der Fokus der anderen Mitglieder auf Analyse, Tracking und Websiteoptimierung. Ergänzt wurde dies durch regelmäßige Team-Calls, einen intensiven Austausch über WhatsApp sowie gemeinsame Abstimmungen mit dem Praxispartner.
Gerade in Phasen technischer Schwierigkeiten zeigte sich, wie wichtig eine transparente Kommunikation innerhalb des Teams ist. Probleme konnten frühzeitig angesprochen, Aufgaben neu verteilt und alternative Lösungswege gemeinsam entwickelt werden.
Das Projektergebnis
Obwohl unser ursprüngliches Ziel einer vollständigen Tracking-Auswertung aufgrund technischer Rahmenbedingungen nicht vollständig erreicht werden konnte, entstand am Ende ein erfolgreiches Projektergebnis.
Die Website wurde in mehreren Bereichen verbessert, zentrale Kontaktmöglichkeiten optimiert und die Benutzerführung übersichtlicher gestaltet. Gleichzeitig entstand ein vollständiges Tracking-Konzept, das nach Behebung der Domainproblematik unmittelbar eingesetzt werden kann.
Für den Praxispartner bedeutet dies eine deutlich bessere Ausgangsbasis für zukünftige Optimierungen. Sobald Google Analytics vollständig integriert werden kann, lassen sich Nutzerverhalten und Conversion-Prozesse datenbasiert analysieren und weitere Verbesserungen gezielt ableiten.
Unsere wichtigsten Learnings bei der Website-Optimierung
Rückblickend war dieses Projekt weit mehr als eine reine Websiteoptimierung.
Wir haben gelernt, dass technische Voraussetzungen bereits zu Projektbeginn sorgfältig geprüft werden sollten. Fehlende Zugänge oder unklare Systemlandschaften können selbst gut geplante Projekte erheblich verzögern.
Ebenso wichtig war die kontinuierliche Kommunikation mit dem Praxispartner. Durch regelmäßiges Feedback konnten wir unsere Maßnahmen flexibel anpassen und gemeinsam sinnvolle Lösungen entwickeln.
Außerdem wurde deutlich, dass erfolgreiche Optimierung nicht mit der Umsetzung einzelner Maßnahmen endet. Erst die kontinuierliche Analyse realer Nutzungsdaten ermöglicht langfristige Verbesserungen. Ein Tracking-Konzept schafft hierfür die notwendige Grundlage, selbst wenn die technische Implementierung erst zu einem späteren Zeitpunkt vollständig erfolgen kann.
Fazit
Unser Praxisprojekt mit der VIA Kirche hat eindrucksvoll gezeigt, dass Projektarbeit in der Praxis häufig anders verläuft als ursprünglich geplant. Technische Herausforderungen, kurzfristige Änderungen und neue Rahmenbedingungen gehören zum Projektalltag dazu.
Gerade deshalb war dieses Projekt besonders wertvoll. Es hat uns nicht nur fachliche Kompetenzen in den Bereichen Websiteoptimierung, Webtracking und Projektmanagement vermittelt, sondern auch gezeigt, wie wichtig Flexibilität, Teamarbeit und lösungsorientiertes Denken sind.
Am Ende entstand nicht nur eine verbesserte Website mit einem tragfähigen Tracking-Konzept, sondern vor allem die Erkenntnis, dass erfolgreiche Projekte nicht dadurch entstehen, dass alles nach Plan läuft, sondern dadurch, dass man auch auf unerwartete Herausforderungen professionell reagieren kann.