Vorstellung: Fulfillment by Amazon

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Vorstellung: Fulfillment by Amazon

Versand_durch_Amazon

Fulfillment ist die Gesamtheit aller Aktivitäten, die nach dem Abschluss eines Vertrags der Belieferung des Kunden dient. Dieser Service wird den Kunden von Amazon angeboten, indem Amazon die Bestellungsannahme, die Lagerhaltung, die Kommissionierung, die Verpackung, die Frankierung, den Versand und die Rechnungsstellung übernimmt.1

 

Vorgehensweise

Vorgehensweise

Step 1: Der Händler schickt seine neuen bzw. gebrauchten Produkte an eines der Amazon-Versandzentren (in Bad Hersfeld, Koblenz, Rheinberg, Pforzheim, Werne und Leipzig). Die Ware muss eindeutig gekennzeichnet und etikettiert sein. Bei der Wahl des Transportunternehmens kann der Händler frei entscheiden.

Step 2: Amazon scannt die Produkte, katalogisiert und lagert sie. Die Lagerkosten liegen von Januar bis September bei 12,50 € pro Kubikmeter im Monat und von Oktober bis Dezember bei 18,00 € pro Kubikmeter im Monat. Die Einheiten werden am Ende jeden Tages auf den Kubikzentimeter genau gemessen.

Step 3: Die Kunden bestellen die Produkte direkt auf Amazon.de, auf weiteren europäischen Amazon Marketplace-Sites oder auf anderen Kanälen (z.B. ebay). Während des Bestellvorganges können die Kunden zwischen dem  kostenfreien Standardversand oder einer kostenpflichtigen Versandart (Premiumversand, Overnight-Express-Versand oder Evening-Express-Versand) wählen.

Step 4: Amazon entnimmt die Produkte dem Lager und verpackt sie. Hierfür fällt die sog. Pick & Pack-Gebühr an. Die Höhe dieser Gebühr hängt von der Abmessung und dem Gewicht (Standard oder Oversize) sowie von der Produktkategorie (Medien- oder Nicht-Medien-Produkt) ab.

Step 5: Amazon versendet die Produkte und stellt den Kunden Tracking-Informationen zur Verfügung. Die Höhe der Versandkosten hängt vom Ursprung der Bestellung ab.2

 

Merkmale und Vorteile

Merkmale_und_Vorteile

Die Kunden können neben dem kostenlosen Standardversand auch den Amazon Prime-Service nutzen. Bei den gelisteten Produkten auf Amazon.de und anderen europäischen Amazon Marketplace-Sites werden dieselben Versandhinweise angezeigt wie bei den Produkten von Amazon.

Da die Produkte ohne Versandkosten und mit Amazon-Prime angeboten werden, können sie besser gelistet und gefunden werden. Viele Kunden filtern nach eben diesen Kriterien (versandkostenfrei und Amazon-Prime).

Die Produkte können auf allen Amazon Marketplaces-Sites angeboten werden. Amazon übernimmt den Versand in alle 27 EU- Staaten.

Ebenfalls übernimmt Amazon den Kundenservice und das Retouren-Management. Dadurch, dass auf den Produkten das Logo „Versand durch Amazon“ erscheint, wissen die Kunden, dass Amazon die Artikel verpackt und versendet, den Kundenservice leistet und Rücksendungen abwickelt. Das steigert das Vertrauen des Kunden und erhöht die Kaufwahrscheinlichkeit.

Bestellungen, die über andere Kanäle eingegangen sind, können auch von Amazon abgewickelt werden. Dadurch kann auf eine eigene Logistik verzichtet werden. 3

 

Rechenbeispiele – Kosten für den Händler

Rechenbeispiel

Anhand der beiden Beispiele wird deutlich, dass die Kosten von vielen verschieden Faktoren abhängig sind. So kann unter Umständen der Versand über Amazon sogar kostengünstiger sein. Besonders für „kleinere“ Händler, die beispielsweise hohe Auftragsbearbeitungs- und Lagerkosten  haben, kann der Versand über Amazon kostengünstiger sein.4

 

Nachteile

Es können insgesamt hohe Kosten entstehen, wenn die Produkte über einen langen Zeitraum gelagert werden. Zudem müssen Kunden neben dem Versand durch Amazon auch den Versand zu Amazon zahlen.

Die Anlieferung bei Amazon ist durch die aufwändige Etikettierung (Lieferscheine, Paketanzahl etc.) und durch die Anvisierung sehr komplex.

Die Retourquote ist hoch, da Amazon durch großzügige Kulanzregelungen den Grund für die Retouren nicht ausreichend überprüft. Laut Händlerberichten werden sogar Rücksendungen angenommen und der Kaufpreis zurückerstattet, obwohl die Artikel eindeutig vom Kunden beschädigt wurden. 5,6

Durch stetiges Wachstum fördert Amazon seine Monopolstellung. Die meisten potenziellen Kunden würden eher bei Amazon als bei einem weniger bekannten Online-Shop bestellen.

 

Fazit

Amazon nimmt eine mächtige Stellung im E-Commerce- Bereich ein. Fulfillment by Amazon ist eine interessante Option für die Händler. Besonders für kleine Unternehmen, die nicht über eine eigene Logistik oder Auftragsabwicklung verfügen, ist das Amazon-Fulfillment eine sehr interessante Option. Zudem wird das Vertrauen der Käufer gesteigert, was wiederum die Kaufwahrscheinlichkeit erhöht. Die Händler müssen sich allerdings bewusst sein, dass die Zusammenarbeit mit Amazon teilweise sehr anspruchsvoll ist und die erwähnten Nachteile nicht für jeden Händler tragbar sind.

 

Bild-Quellen

Bild 1 (Versand durch Amazon): http://services.amazon.de/programme/versand-durch-amazon/merkmale-und-vorteile.html, abgerufen am 04.05.2013

Bild 2 (Vorgehensweise): http://services.amazon.de/programme/versand-durch-amazon/so-funktionierts.html, abgerufen am 04.05.2013

Bild 3 (Merkmale und Vorteile): http://services.amazon.de/programme/versand-durch-amazon/merkmale-und-vorteile.html, abgerufen am 06.05.2013

Bild 4 (Rechenbeispiel): https://sellercentral-europe.amazon.com/gp/fba/revenue-calculator/index.html, aufgerufen am: 28.04.2013

 

Content-Quellen:

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Fulfillment, abgerufen am 04.05.2013

[2] http://services.amazon.de/programme/versand-durch-amazon/so-funktionierts.html, abgerufen am 04.05.2013

[3] http://services.amazon.de/programme/versand-durch-amazon/merkmale-und-vorteile.html, abgerufen am 04.05.2013

[4] http://services.amazon.de/programme/versand-durch-amazon/preisgestaltung.html, abgerufen am 04.05.2013

[5] http://www.sellerforum.de/amazon-de-f44/amazon-fulfilment-erfahrungen-warnung-t11842.html, abgerufen am 06.05.2013

[6] http://www.sellerforum.de/amazon-de-f44/amazon-fulfilment-erfahrungen-warnung-t11842-s20.html, abgerufen am 06.05.2013

Robert Fink

Robert Fink studiert E-Commerce im dritten Mastersemester an der FH Wedel. Zuvor hat er seinen Bachelor in Wirtschaftsinformatik an der FH Wedel gemacht.

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Autor: Robert Fink

Robert Fink studiert E-Commerce im dritten Mastersemester an der FH Wedel. Zuvor hat er seinen Bachelor in Wirtschaftsinformatik an der FH Wedel gemacht.

5 Kommentare

  1. Vor Amazon kann man meiner Meinung nach nicht genug warnen. Wenn Amazon ein Händlerkonto schließt – dies passiert leider sehr häufig ohne Gründe – und man Ware auf Amazon lagern hat – wird man seine Ware nicht mehr wieder sehen. Amazon verweigert dann jeglichen Kontakt. Dazu gibt es viele Erfahrungsbericht und zur Zeit gibt es auch eine Petition der Händler gegen Amazon. Eventuell könnte man Amazon als Händlerplattform und auch als Fullfilmentanbieter wieder empfehlen, wennn Amazon eine Händlervertretung hätte. So wie sich Amazon derzeit darstellt, ist man mit Amazon verraten und verkauft und spätestens, wenn man hauptberuflich über Amazon verkauft und Fullfilment by Amazon anbietet – hat man spätestens sein Leben und das seiner Mitarbeiter an die Wand gefahren, wenn Amazon das Konto sperrt. Ein Grund für eine Sperrung kann schon ein Wechsel der Bankverbindung sein, eine falsche Beschuldigung eines Mitbewerbers, eine falsche Adresse bei der Schufa und dann geht es ab in die Insolvenz!!!!

    • Kann mir nicht vorstellen, dass das Wechseln einer Bankverbindung zu einer Kontosperrung führt.
      Selbst erlebt?

      • ich habe die Bankverbindung geändert und wurde aufgefordert eine Verbrauchsrechnung hochzuladen. Gleichzeitig hat Amazon am 8. und 13. Mai eine Schufa Identitätsabfrage getätigt und am 14. Mai kam die Email man konnte mich nicht verifizieren. Das Amazon bei der Schufa nachgefragt hat, habe ich erst Monate später entdeckt und es war von den Terminen so auffällig. Eine Überprüfung meiner Schufdaten ergab eine fehlerhaft übermittelte Adresse von Vodafone.

  2. Fulfillment bei Amazon kann den Ruin eines Händlers bedeuten und ist somit überhaupt nicht zu empfehlen. Obwohl Amazon damit Werbung macht seinen Kunden Mulitchannel Fulfillent anzubieten und zwar ohne Verträge, ist dieser Mulitchannel Fulfillment an das Verkaufen bei Amazon gebunden. Ca 1000 Händler verlieren im Monat bei Amazon grundlos, dh aufgrund fehlgeschlagener Verifikation ihre Verkaufskonten. Ist das Verkaufskonto gesperrt, wird man aufgefordert das Lager zu räumen – eine Benutzung des Lagers für andere Channel ist dann nicht mehr möglich. Hat man zum Bsp 10.000 Einheiten auf Lager kann man mit 10.000 Euro Lagerauflösungskosten rechnen, weil Amazon nur für das Anfassen eines Artikel 1 Euro berechnet. Es wäre schön wenn der Gesetzgeber Amazon untersagen würde, die Verkaufsberechtigung nicht mit dem Fulfillmentkundenstatus zu verknüpfen. Auch sollte eine Verifikation vor dem Befüllen des Lagers stattfinden und nicht hinterher. Amazon ist als Geschäftspartner nicht zu empfehlen und das Risiko viel zu groß!

  3. Amazon macht hervorragendes Fulfillment. Langfristig gesehen muss sich aber jeder klar sein, dass ein Händler, und damit ein direkter Konkurrent, für das eigene Unternehmen die Auftragsabwicklung übernimmt. Damit hat Amazon alle Daten, um zu entscheiden, ob es nicht selber die Ware verkaufen möchte. Bei reinen Fulfillment Anbietern besteht diese Gefahr nicht, da sie keinen eigenen Vertriebsweg haben.

    Pro: Schnell & unkompliziert, große Reichweite
    Contra: Nur schwer individuelle Absprachen möglich, Konkurrent wird mittelbar gestärkt.

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