Wie sieht die perfekte Fitness-App von Fitnessstudio-Ketten aus?

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Das Smartphone und die dazugehörigen Apps spielen in der heutigen Zeit eine wesentliche Rolle und begleiten unseren Alltag in jeder Art und Weise. Ortsunabhängig ist fast überall eine Form der Smartphone-Nutzung zu beobachten.
Die App-Nutzung im Fitnessstudio wird daher immer beliebter und ist seit 2014 um über 830 Prozent gewachsen. Nutzer möchten ihren Studio-Besuch über eine App planen. Daher ist es wichtig, dass sich die Workouts und Kurse der Fitnessstudios über eine App managen lassen. Es ist für die Fitnessstudios und die Fitnessstudio-Ketten entscheidend diese Bedürfnisse abzudecken und dem digitalen Trend zu folgen[1].

Warum sollten Fitnessstudio-Ketten eine Fitness-App entwickeln?

Es gibt immer mehr Fitness-Apps und Fitness-Programme auf dem Markt, die potenzielle Kunden der Studios abwerben können. Aus diesem Grund sollten die Fitnessstudios dem digitalen Trend mit einer eigenen App folgen. Außerdem wäre es eine große Serviceleistung für die Kunden und gleichzeitig stand jetzt ein enormes Differenzierungspotenzial gegenüber den anderen Fitnessstudio-Ketten. Nebenbei kann diese  App als eigene Werbeplattform für Produkte oder Kurse fungieren.

Kano-Methode

Mit Hilfe der Kano Methode wurden 18 verschiedene Features analysiert, um die optimale Fitness-App von den Fitnessstudio-Ketten zu ermitteln. Mit dieser Methodik lassen sich Kundenanforderungen an ein Produkt bestimmen. Die Kano-Methode ist eine subjektive Methode, die auf der Meinung der Befragten basiert. Die zu analysierenden Produktmerkmale werden in fünf  verschiedene Attributklassen eingeteilt.

Erfüllt ein Produktmerkmal nur die Grundvoraussetzung für ein Produkt, sprich jeder Kunde setzt das Vorhandensein dieses Merkmals voraus, ist es ein Basisattribut. Ist dieses Basisattribut nicht vorhanden, führt es zu einer Unzufriedenheit beim Kunden.
Um die Zufriedenheit zu steigern, wird ein Leistungsattribut benötigt. Dies sind Leistungsanforderungen an ein Produkt, die dem Kunden auf dem jeweiligen Markt bekannt sind. Je höher dieses Leistungsmerkmal bei dem Produkt ausgeprägt ist, umso höher wirkt es sich auf die Zufriedenheit aus. Ähnlich wie bei den Basismerkmalen, führt auch ein nicht Vorhandensein des Leistungsmerkmals zu einer Unzufriedenheit beim Kunden.
Begeisterungsmerkmale zeichnen sich dadurch aus, dass der Kunde sie nicht erwartet bzw. ihm in diesem Zusammenhang gar nicht bewusst sind. Ein nicht Vorhandensein der Begeisterungsanforderungen führt zu keiner negativen Kundenzufriedenheit, sie können lediglich die Zufriedenheit steigern. Begeisterungsattribute dienen zur Differenzierung von der Konkurrenz.
Es folgen indifferente Merkmale, die weder zu einer steigenden noch sinkenden Zufriedenheit führen. Ist dieses Merkmal nicht vorhanden, kommt es zu keinerlei Enttäuschung. Die letzte Kategorie sind die störenden Attribute. Hier führt das Vorhandensein des Produktmerkmals zu einer Unzufriedenheit des Nutzers[2]. 

Kano-Modell [3]

Wie kamen die 18 Features zu Stande?

Es wurden allgemeine Fitness-Apps aus dem App-Store untersucht. Daraus wurden Basis-Features entnommen, um grundlegende Features, die bereits auf dem Markt existieren, in die App mit einzubeziehen.

Des Weiteren ergaben sich Features aus einem Gespräch mit einem Fitnesstrainer. Weitere Features ergaben sich aus Eigenüberlegungen und Eigenrecherchen.

16 von den 18 Features teilen sich auf die drei Kategorien Training, Ernährung und Service auf. Bei den anderen beiden Features wurde die Werbung untersucht.

Vorstellung der Features

Die Kategorie Ernährung enthält einen Ernährungsplan mit einem Ernährungstagebuch und einen Kalorien-und Makrozähler, womit man seinen Tagesbedarf errechnen kann.

Das Training setzt sich aus den Features Videos von Übungen, manuellen Trainingsplan, Beschreibung und Darstellung verschiedener Intensitätstechniken und einem Maximalkraftrechner, der anhand des Gewichtes und der Wiederholungsanzahl die Maximalkraft ausrechnet, zusammen.

Die Service Features setzen sich aus einer Verknüpfung des Terminkalenders, ein Kursinhalt-Feature mit einer Kursanmeldung, Push-Nachrichten, die einen an das Training oder an die Kurse erinnern, ein Community Forum, indem sich Fitnessmitglieder austauschen können, ein Graph zur Studioauslastung, Artikel über Mythen, eine eGym Verknüpfung, eine Check-In Funktion mit der sich die Mitglieder mittels App und dem Smartphone einchecken können und Lokale Neuigkeiten über das Fitnessstudio, zusammen.  

Mittels der beiden Werbung-Features wurde die Wahrnehmung zwischen firmeninterner und firmenexterner Werbung untersucht.

Auswertung der Umfrage

Es wurden keinerlei Unterscheidungen nach dem Geschlecht vorgenommen, da laut Statista der prozentuale Anteil von Frauen und Männern, die ins Fitnessstudio gehen um lediglich vier Prozent differenziert[4]. Auch das Alter der Probanden ist in dieser Umfrage unberücksichtigt geblieben, da die App für alle Altersklassen gedacht ist.

Die Umfrage hat folgende Ergebnisse ergeben.    

Auswertungstabelle

Die Features von Rang 1-16 sollten laut der Umfrage und der Auswertung in dieser Reihenfolge veröffentlicht werden. Zudem könnten Features, die inhaltlich zusammen passen, zu einem Feature zusammengefasst werden. Hier könnte der manuelle Trainingsplan mit den Intensitätstechniken und der Kalorien- und Makrozähler mit dem Ernährungsplan und dem Ernährungstagebuch kombiniert werden. So werden die Nutzer nicht mit zu vielen Features konfrontiert. Des Weiteren kann ein Basisfeature, das mit einem Begeisterungsfeature ergänzt wird außergewöhnlich werden und sich von anderen ähnlichen Konkurrenzfeatures abgrenzen.

Die App sollte mit den sieben wichtigsten Features, die anhand der Umfrage ermittelt wurden, veröffentlich werden. Die sieben Features setzten sich aus einer Verknüpfung des manuellen Trainingsplans mit den Intensitätstechniken, Videos von Übungen, einer Verknüpfung des Ernährungsplan/Ernährungstagebuch und dem Kalorien-Makrozähler, dem Graph der Studio-Auslastung, der Verknüpfung des Terminkalenders, der Check-In Funktion und dem Maximalkraftrechner zusammen. 

In dieser Auswahl wurden alle drei Kategorien Service, Training und Ernährung berücksichtigt. Des Weiteren sind alle Basisfeatures enthalten, die die Unzufriendenheit des Kunden vermeiden sollen. Zudem kann die App mit den innovativen Features mehr Interesse und eine Begeisterung erwecken.

Fazit

Fitnessstudio-Ketten sollten mit dem Trend der immer beliebter werdenden App-Nutzung gehen. Der Fitnessmarkt wird immer digitaler und dementsprechend steigen die Apps im Bereich Fitness. Damit die Fitnessstudios weiterhin ihre hohe Relevanz in diesem Sektor behalten, sollten sie verstärkt den Fokus auf eine zum Fitnessstudio parallel laufende App legen. Dabei ist es wichtig, dass die App möglichst für eine breite Masse der Zielgruppen, einen sichtbaren Nutzen bietet. 

Es ist sinnvoll die Features nach dem analysierten Ranking zu veröffentlichen. Aus Kostensicht sollen zuerst die wichtigsten Features eingebaut werden. Die Nutzer können vorerst auf die Top-Features zurückgreifen, sodass keine Unzufriedenheit entstehen kann. Mit dem Integrieren neuer Features wird die App stetig verbessert. 

Des Weiteren sollte die App Features aus den relevanten Funktionsbereichen Training, Ernährung und Service enthalten, um ein vielseitiges Erlebnis zu bieten. Die Bereiche Training und Ernährung erfüllen viele Basis- und Leistungsanforderungen, die Features aus der Kategorie Service hingegen eher Begeisterungsanforderungen. Beim Einhalten dieser Punkte können Fitnessstudio-Ketten die Bedürfnisse der potenziellen Nutzer decken und mit einer hohen Akzeptanz rechnen.

Quellen:

[1] vgl. Kesiraju, Lali und Vogels, Toby, Flurry Analytics  (2017): Health & Fitness App Users Are Going the Distance with Record-High Engagement,  https://flurrymobile.tumblr.com/post/165079311062/health-fitness-app-users-are-going-the-distance (Abruf: 14.11.2018)

[2] vgl. Sauerwein, Elmar (2000): Das Kano-Modell der Kundenzufriedenheit, Verlag Gabler und Deutsche Universitäts-Verlag, Wiesbaden 2000

[3] vgl. Kano-Modell: https://axel-schroeder.de/consideo-imodeler-kano-modell-praxisbeispiel-fuer-begeisterte-kunden-im-handwerk/ (Abruf: 31.10.2018)

[4] vgl. Statista (2018): Personen in Deutschland, die in der Freizeit (häufig oder ab und zu) ins Fitnessstudio gehen, nach Geschlecht im Jahr 2018, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/272075/umfrage/fitnessstudio-nutzer-in-deutschland-nach-geschlecht/ (Abruf: 01.12.2018)

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Ein Kommentar

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    die Bewegung der Fitnessbranche, vor allem bei Fitnessstudios, in Richtung App, habe ich bereits 2014 bemerkt..

    Ich trainierte damals (wie auch heute noch) in einem Fitnessstudio bei uns in Rosenheim.

    Mir ist zu dieser Zeit aufgefallen, dass bereits in anderen Branchen, zum Beispiel in der Finanzbranche es üblich war, dass eigene Apps von Sparkassen, Volksbanken, usw. auf dem Markt kamen oder schon etabliert waren.
    Mein örtliches Studio hatte jedoch noch keine App. Mir kam dann recht schnell die Idee, eine App in diese Richtung zu entwickeln.

    Ihre Priorisierung der wichtigsten Punkte, was eine App haben sollte, habe ich zu dieser Zeit noch nicht lesen können, ihr Artikel ist schließlich erst 2018 veröffentlicht worden.
    Vor kurzem bin ich jedoch auf Ihren interessanten Artikel gestoßen. Aus diesem konnte ich in den letzten Wochen einige wichtige Punkte entnehmen und für meine angebotene Sofware-Lösung nutzen.

    Unsere Studio-Betreiber und deren Mitglieder finden die App mit den nun angebotenen Funktionen klasse.

    Sportliche Grüße aus Rosenheim

    Lukas Kroiher
    Gründer von GymCom.de

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